
Aufstehen war gestern. Heute musst du deinen Wecker erst einmal einfangen.
Kennst du das? Der Wecker klingelt, du bist wach, zumindest technisch gesehen. Die Augen sind offen, das Hirn ist eingeschaltet, nur der Rest bleibt in der Waagrechten und verhandelt. Für genau diese Sorte Mensch hat jemand den Wecker auf Rädern erfunden. Er bimmelt nicht brav auf dem Nachttisch vor sich hin. Sobald der Alarm losgeht, springt er herunter, gibt Gas und haut ab. Mal verkriecht er sich unter dem Bett, gleich neben der Socke, die seit März vermisst wird. Mal dreht er eine Ehrenrunde durchs Zimmer, als hätte er eben die Tour de France gewonnen. Hauptsache, du musst hinterher.
Ausschalten lässt sich das kleine Biest nämlich erst, wenn du aufstehst und es höchstpersönlich erwischst. Damit ist der gemütliche Snooze-Marathon offiziell abgesagt. Manche Modelle erkennen sogar Hindernisse und ändern ihre Fluchtroute. Dein Bett ist also kein sicherer Hafen mehr, und der Pantoffel, den du ihm verschlafen hinterherwirfst, trifft garantiert daneben. Einen echten Sportpreis gewinnst du dabei nicht, aber ein paar zerknitterte Schritte kommen auf jeden Fall zusammen. Für manche ist das schon mehr Bewegung als am ganzen restlichen Tag.
Für wen ist das gedacht?
Für alle, die drei Wecker, fünf Handy-Erinnerungen und die feierliche Drohung «Ich stehe jetzt wirklich auf!» brauchen und trotzdem erst mittags ansprechbar sind. Für notorische Snoozer, gestandene Morgenmuffel und alle, die «nur noch fünf Minuten» für eine offizielle Zeiteinheit halten. Und für jene, die ihren Liebsten morgens einen kleinen Schrecken mit Klingelton schenken möchten.
Der Wecker auf Rädern sagt nicht «Guten Morgen».
Er sagt: «Fang mich doch, du Schlafmütze!»
Schluss mit Snooze. Die Jagd ist eröffnet.
