
Man nehme eine Schweizerin, setze sie unter die griechische Sonne, gebe ihr am 1. August ein Glas in die Hand und warte ab. Spätestens beim zweiten Glas ist das Lied fertig. Ganz so einfach war es nicht, aber viel hat nicht gefehlt.
Wir Auslandschweizer haben einen Ruf zu verteidigen. Zu Hause denkt man gern, wer einmal ans Meer gezogen ist, habe die Heimat gegen Sonnencreme und Souvlaki eingetauscht. Falsch gedacht! Wir wissen noch genau, was im Sommer 1291 passiert ist. Damals standen die Männer aus Uri, Schwyz und Unterwalden auf dem Rütli, hoben die Hand und schworen, einander beizustehen und sich von niemandem herumkommandieren zu lassen. Der Bundesbrief wurde aufgesetzt und gesiegelt, und fertig war der Anfang der Eidgenossenschaft. Ganz ohne Ouzo übrigens, was wir Griechenland-Schweizer heute grosszügig nachholen.
Genau darum geht es in diesem Song. Auch wenn unser Alphorn inzwischen mit einer Bouzouki im Duett spielt, schlägt unser Herz rot-weiss. Am 1. August brennt bei uns zwar kein Höhenfeuer auf dem Säntis, dafür ein Grill im Freien. Statt Cervelat gibt es manchmal Loukaniko, und die Lampions hängen an einem Olivenbaum. Die Kinder singen in zwei Sprachen durcheinander, und niemand beschwert sich.
Griechenland hat uns mit offenen Armen aufgenommen, mit Sonne, Meer und einer Gastfreundschaft, von der man in Bern noch etwas lernen könnte. (Sorry, Bern! 😉) Darum gehört der griechische Glückwunsch «Χρόνια Πολλά» in den Refrain. Er bedeutet «Viele Jahre!» und ist unser Geburtstagsständchen für die Schweiz, gesungen von der Wahlheimat für die alte Heimat.
Ein Schwur unter Freunden, dass man zusammenhält, egal wie weit man auseinander wohnt: Eigentlich ist das ziemlich griechisch und ziemlich schweizerisch zugleich. Vielleicht verstehen sich die beiden Länder deshalb so gut.
Also: Lautsprecher aufdrehen, Fahne raus, Glas hoch und mitsingen, am besten so laut, dass man es bis ins Rütli hört!
Χρόνια Πολλά Ελβετία! Hopp Schwiiz – und Γεια μας!
🎧 Zum Reinhören: https://suno.com/s/AwmQyxpNmzkyu3T8
Liedtext
Die Sonne steigt über die Ägäis empor, doch im Herzen klingt ein anderer Chor.
Von den Alpen bis ans blaue Meer, die Heimat fehlt uns manchmal sehr.
Wir tragen Rot und Weiß im Wind, weil wir Schweizer geblieben sind.
Auch fern von daheim, Jahr für Jahr, bleibt unsere Liebe wunderbar.
Ob Zürich, Bern oder das Basel-Land, wir halten die Erinnerung in der Hand.
Heute feiern wir, egal wie weit, uns verbindet Raum und Zeit.
Χρόνια Πολλά Ελβετία!
Unsere Herzen schlagen immer mit dir.
Am ersten August sind wir vereint, wo die Sonne über Griechenland scheint.
Χρόνια Πολλά Ελβετία!
Von der Ägäis bis zum Alpenlicht.
Die Heimat lebt in jedem Lied, weil sie uns niemals wirklich verlässt. Der Grill ist heiß, das Glas wird erhoben, Freunde erzählen von früher und oben.
Von Gipfeln, Seen und Morgenrot, von Freiheit, Mut und Weißbrot.
Kinder lachen in zwei Sprachen laut, weil Zukunft Brücken baut.
Zwei Länder schenken uns ihr Glück, doch die Schweiz bleibt das Herzstück.
Kerzen leuchten in der Sommernacht, jeder hat an Zuhause gedacht.
Doch heute wissen wir genau: Heimat lebt im Herzen – immer und überall.
Χρόνια Πολλά Ελβετία!
Unsere Herzen schlagen immer mit dir.
Am ersten August sind wir vereint, wo die Sonne über Griechenland scheint.
Χρόνια Πολλά Ελβετία!
Von der Ägäis bis zum Alpenlicht.
Die Heimat lebt in jedem Lied, weil sie uns niemals wirklich verlässt.
Von den Alpen bis zum Mittelmeer, unsere Wurzeln tragen uns immer mehr.
Die Fahne weht im warmen Wind – weil wir Schweizer im Herzen sind.
Χρόνια Πολλά Ελβετία!




