Bärlauch-Spaghetti

Grün, frech und voller Geschmack!

Kaum spitzen im Frühling die ersten Bärlauchblätter aus dem Waldboden, gibt es kein Halten mehr. Der Legende nach futtern sich sogar die Bären nach dem Winterschlaf als Erstes daran satt. Wir verstehen sie gut. Nach diesen Spaghetti will man auch keinen Winterschlaf mehr, sondern einen Nachschlag.

Frischer Bärlauch trifft auf Knoblauch, cremigen Rahm und würzigen Parmesan, dazu ein Spritzer Zitrone. Mehr braucht’s nicht für eine Pasta, die grün leuchtet, nach Frühling duftet und mit ihrer frechen Knoblauchnote garantiert niemanden kaltlässt. Höchstens den Vampir von nebenan.

Kein stundenlanges Köcheln, keine ellenlange Zutatenliste, kein Firlefanz. Wasser aufsetzen, und in zwanzig Minuten steht der Frühling auf dem Tisch.

Zutaten für 3–4 Portionen

  • 300–400 g Spaghetti
  • 1 Bund frischer Bärlauch (ca. 50–100 g)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 dl Rahm
  • 50 g frisch geriebener Parmesan, plus etwas zum Bestreuen
  • Salz und Pfeffer
  • 1–2 TL Zitronensaft
  • etwas abgeriebene Zitronenschale (nach Belieben)
  • 1 Prise Chiliflocken (nach Belieben)

Zubereitung

1. Alles bereitlegen
Bärlauch gründlich waschen, trocken tupfen und grob hacken. Knoblauch schälen und fein hacken. Der Knoblauch darf mitspielen, aber er soll nicht gleich die ganze Küche übernehmen. Die Hauptrolle gehört heute dem Bärlauch.

2. Spaghetti kochen
Die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen. Vor dem Abgiessen eine Tasse Nudelwasser beiseitestellen. Dieses trübe, unscheinbare Wasser ist das bestgehütete Geheimnis aller italienischen Nonnas: Es macht die Sauce samtig.

3. Knoblauch anschwitzen
Olivenöl in einer grossen Pfanne erhitzen und den Knoblauch bei mittlerer Hitze kurz andünsten. Er soll duften, aber nicht braun werden. Verbrannter Knoblauch schmeckt bitter und beleidigt.

4. Die Sauce zaubern
Rahm dazugiessen und kurz aufkochen, dann den Parmesan einrühren, bis er geschmolzen ist. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Wer mag, gibt Zitronenabrieb und eine Prise Chili dazu.

5. Jetzt kommt der Bärlauch
Den gehackten Bärlauch erst jetzt in die Sauce geben und nur kurz zusammenfallen lassen. Nicht kochen! Bärlauch ist eine Mimose: Zu viel Hitze, und er verliert seine Farbe und sein Aroma.

6. Alles zusammenbringen
Die Spaghetti abgiessen und direkt in die Pfanne geben. Gut durchschwenken, bis sich die grüne Sauce um jede einzelne Nudel schmiegt. Ist sie zu dick, einen Schluck Nudelwasser dazu. Sofort auf Tellern anrichten und mit Parmesan bestreuen.

Tipps der Küchenfee

Augen auf beim Sammeln! Bärlauch hat giftige Doppelgänger, vor allem Maiglöckchen und Herbstzeitlose, die an ähnlichen Orten wachsen. Der sicherste Test: Ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben. Riecht es deutlich nach Knoblauch, ist es Bärlauch. Aber Achtung, die Finger riechen danach auch, also beim nächsten Blatt nicht dieselben Finger nehmen! Im Zweifelsfall auf dem Markt kaufen.

Bärlauch für später: Wer zu viel gepflückt hat, püriert den Rest mit Olivenöl und etwas Salz und friert ihn portionsweise ein. So gibt’s auch im Sommer noch Frühlingsgefühle.

Mit Biss: Ein paar geröstete Pinienkerne oder Mandelblättchen obendrauf bringen den Crunch.

Mein freches Fazit
Diese Spaghetti beweisen, dass einfach manchmal einfach genial ist. Cremig, würzig, frisch und schnell auf dem Tisch: So schmeckt der Frühling!

Und falls jemand fragt, warum du schon den zweiten Teller verdrückst: Du musst dich nicht rechtfertigen. Du betreibst lediglich professionelle Nudelvernichtung.

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