
Warum verkochte Nudeln irgendwann Hausverbot bekommen
Je älter man wird, desto mehr weiß man gutes Essen zu schätzen. Vielleicht auch, weil das Leben irgendwann sehr deutlich macht: Auf manches kann man verzichten – auf schlechtes Essen bitte nicht.
Und tatsächlich steckt dahinter nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch ein biologischer Grund: Mit zunehmendem Alter können Geruchs- und Geschmackssinn nachlassen. Besonders der Geruchssinn spielt für unser Geschmackserlebnis eine wichtige Rolle. Wenn Aromen nicht mehr ganz so intensiv ankommen, muss gutes Essen eben etwas mehr leisten, als lediglich satt zu machen. Es sollte duften, überraschen und im besten Fall dafür sorgen, dass man kurz vergisst, wo die Lesebrille liegt.
Dazu kommt etwas vollkommen Unwissenschaftliches, aber mindestens genauso Entscheidendes: Mit den Jahren wird man anspruchsvoller. Man hat schließlich schon genug mittelmäßige Buffets, verkochte Nudeln und traurige Kantinenkartoffeln überlebt. Irgendwann weiß man einfach, was man will – und was auf keinen Fall mehr auf den Teller darf.
Gutes Essen wird deshalb zur Lebensqualität. Es ist Genuss, Geselligkeit und ein kleines tägliches Fest. Es bringt Menschen an einen Tisch, verlängert Gespräche und macht aus einem gewöhnlichen Dienstag einen ziemlich gelungenen Dienstag.
Und das Beste: Für gutes Essen ist man nie zu alt. Im Gegenteil. Mit jedem Lebensjahr wächst die Erfahrung – und hoffentlich auch die Bereitschaft, sich beim Dessert nicht mehr unnötig zurückzuhalten.

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