Wer den Kopf in den Sand steckt darf sich nicht wundern, wenn ihm der Hintern rausschaut.

Der Vogel Strauss hat einen miserablen Ruf. Dabei steckt er den Kopf gar nicht in den Sand, er schaut nur nach seinen Eiern. Das mit dem Sand haben wir Menschen erfunden. Und perfektioniert.

Die Methode ist denkbar einfach: Problem taucht auf, Kopf geht runter, Augen zu, fertig. Die Rechnung liegt ungeöffnet auf dem Tisch? Kopf in den Sand. Der Zahnarzt hat zum dritten Mal angerufen? Kopf in den Sand. Die Waage zeigt eine Zahl, die man nicht bestellt hat? Kopf tief in den Sand, am besten gleich bis zu den Schultern. Leider hat die Sache einen Haken: Der Sand ist meistens zu kurz. Oben ist alles schön dunkel und ruhig, aber hinten ragt etwas in die Landschaft, das man lieber nicht ausgestellt hätte. Und das Leben ist kein feiner Gast. Es sieht ein solches Angebot und tritt zu.

Das Tückische: Die Probleme warten nicht höflich, bis man wieder auftaucht. Sie setzen sich daneben, packen ein Picknick aus und laden Verwandtschaft ein. Aus einer kleinen Rechnung wird eine Mahnung, aus der Mahnung ein Brief mit Stempel, und aus dem Zahnarzt-Termin wird eine Wurzelbehandlung mit Sonderbetreuung.

Also: Kopf raus, Sand abschütteln, Krone richten. Den Dingen ins Gesicht schauen ist zwar unbequemer, hat aber einen unschlagbaren Vorteil: Man sieht, was kommt. Und man bietet keine Angriffsfläche von hinten.

Mein Fazit: Sand ist wunderbar, aber bitte nur am Strand, unter den Füssen und mit einem kühlen Getränk in der Hand. Wer den Kopf oben behält, hat den Hintern wenigstens dort, wo er hingehört: sicher auf dem Liegestuhl.

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