
«Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen.» Schöner Spruch. Nur: Was macht man, wenn sie nicht kommen? Ganz einfach: Dann muss man ihnen entgegengehen. Das Leben ist schliesslich kein Lieferservice mit Gratiszustellung und unbegrenzter Geduld. Wer immer nur auf bessere Zeiten wartet, bekommt am Ende höchstens eine Sitzkuhle im Sofa, einen Rücken, der offiziell Beschwerde einreicht, und eine Fernbedienung, die einen inzwischen duzt.
Also: Schuhe an, Krone richten, losmarschiert! Vielleicht wartet das Glück gar nicht vor der Haustür, sondern drei Strassen weiter: falsch abgebogen, schlecht gelaunt und ohne Navi. Typisch Glück. Kommt zu spät und behauptet hinterher, es habe geklingelt. Wer ihm entgegengeht, kann es wenigstens unterwegs erwischen. Und falls nicht, hat man immerhin Schritte gesammelt und kann behaupten, der Umweg sei Absicht gewesen. Panoramaroute, sozusagen.
Denn die Dinge kommen nicht alle gleich. Manche kommen von allein. Manche brauchen einen kleinen Schubs, andere einen kräftigen Tritt, und wieder andere eine schriftliche Einladung mit Termin, Wegbeschreibung und reserviertem Parkplatz. Und dann gibt es noch den Handwerker: Den erwartet man am Dienstag, er kommt am Freitag. Oder im nächsten Leben.
Nur eines sollte man vermeiden: dem Leben entgegenzurennen, ohne vorher zu prüfen, ob es überhaupt das eigene ist. Auch das Pech ist nämlich erstaunlich pünktlich, vor allem, wenn man in die falsche Richtung rennt. Es steht dann schon da, mit offenen Armen und frisch gebrühtem Kaffee.
Mein Fazit: Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen. Aber man darf ruhig mitbestimmen, wann, wo und in welcher Verpackung. In diesem Sinne: Kommen Sie gut an. Und gehen Sie ruhig schon mal los!

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