
Aussen knusprig, innen fluffig und verdammt schwer zu teilen!
Mal ehrlich: Wer braucht schon einen Therapeuten, wenn es frisch gebackene Focaccia gibt? Aussen knusprig, innen fluffig, dazu saftige Tomaten, aromatischer Knoblauch und duftende Kräuter. Ein ordentlicher Schluck Olivenöl obendrauf, und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Zumindest bis das Blech leer ist.
Diese italienische Schönheit beweist, dass Mehl, Wasser und Olivenöl mehr draufhaben als so manches Drei-Gänge-Menü. Sie passt zum Grillabend, auf den Antipasti-Teller oder einfach direkt in deine Hand. Teilen ist übrigens freiwillig. Sehr freiwillig.
Kleiner Warnhinweis: Der Duft beim Backen kann dazu führen, dass plötzlich Menschen in deiner Küche stehen, die du gar nicht eingeladen hast. Nachbarn. Verwandte. Die Katze von gegenüber. Selbst schuld, wenn du so gut backst!
Auf einen Blick
- Vorbereitung: ca. 20 Minuten
- Gehzeit: 60–90 Minuten, plus 15–20 Minuten auf dem Blech
- Backzeit: 20–25 Minuten
- Backtemperatur: 230 °C Ober-/Unterhitze
- Ergibt: 1 grosses Backblech
Zutaten
Für den Teig
- 720 ml lauwarmes Wasser
- 1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
- 780 g Weissmehl (Type 550)
- 1 EL Salz
- 180 ml gutes Olivenöl, aufgeteilt
Für den Belag
- 2–3 Knoblauchzehen, in dünnen Scheiben
- 150 g Cherrytomaten, halbiert
- 1 TL frische Thymianblättchen
- 1 EL frischer Rosmarin, gehackt
- Meersalzflocken
- frisch gemahlener Pfeffer
So geht’s
1. Hefe wecken: Schönheitsschlaf beendet!
Vermische das lauwarme Wasser mit der Trockenhefe in einer grossen Schüssel und lass alles etwa 5 Minuten stehen. Die Hefe braucht einen Moment, um in Stimmung zu kommen. Kennen wir alle, montags.
2. Ran an den Teig!
Mehl und Salz dazugeben und alles mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer mit Knethaken etwa 6 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten. Er ist ziemlich feucht und klebt? Keine Panik! Genau das macht die Focaccia später so schön fluffig. Mehl nachkippen ist verboten.
3. Geduld ist eine Tugend. Meistens.
Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen Ort 60–90 Minuten gehen lassen, bis er sich ungefähr verdoppelt hat. In der Zwischenzeit kannst du so tun, als würdest du nicht alle zehn Minuten unters Tuch schauen.
4. Ab aufs Blech!
Ein Backblech grosszügig mit einem Teil des Olivenöls einfetten. Den Teig vorsichtig daraufziehen und nochmals 15–20 Minuten entspannen lassen. Er soll schliesslich nicht nur fluffig werden, sondern auch tiefenentspannt.
5. Jetzt wird’s olivenölverdächtig gut!
Den Ofen auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Etwas Olivenöl über den Teig träufeln und mit allen zehn Fingerspitzen die typischen Mulden hineindrücken. Keine falsche Scheu, hier darf ordentlich getatscht werden! Es ist das einzige Rezept, bei dem Fingerabdrücke ausdrücklich erwünscht sind.
Dann Tomaten und Knoblauch verteilen und mit Thymian, Rosmarin, Meersalzflocken und Pfeffer bestreuen.
6. Ab in den Ofen mit dem italienischen Glück!
Die Focaccia 20–25 Minuten backen, bis sie goldbraun und knusprig ist. Gegen Ende im Auge behalten, denn jeder Ofen hat seine eigene Vorstellung von Perfektion. Nach dem Backen nach Belieben mit dem restlichen Olivenöl beträufeln.
7. Der schwierigste Teil: warten!
Lass die Focaccia kurz abkühlen, bevor du sie anschneidest. Ja, ich weiss. Der Duft ist gemein. Aber verbrannte Finger sind kein italienisches Geschmackserlebnis.
Die Küchenfee verrät ihre Tricks
Olivenöl ist kein Dekorationsartikel. Es sorgt für Geschmack, eine saftige Krume und eine knusprige Kruste. Also bitte nicht geizen! Wer hier spart, spart am falschen Ort.
Frische Kräuter machen den Unterschied. Thymian und Rosmarin bringen Mittelmeerduft in die Küche. Wer mag, gibt noch etwas Oregano dazu. Hier in Griechenland würde man sagen: Ohne Rigani geht sowieso gar nichts.
Löcher sind ausdrücklich erwünscht. Die Mulden sorgen für die typische Focaccia-Optik und sind kleine Swimmingpools fürs Olivenöl.
Ein heisser Ofen ist Pflicht. Rechtzeitig vorheizen, damit die Focaccia schön aufgeht und goldbraun wird. Ein lauwarmer Ofen backt nur lauwarme Ergebnisse.
Lust auf Abwechslung? Peperoni, dünne Zucchettischeiben, Oliven oder getrocknete Tomaten machen sich ebenfalls hervorragend auf deinem italienischen Lieblingsbrot. Und mit Kalamata-Oliven und Feta wird daraus fast eine griechische Cousine.
Mein persönlicher Tipp: Serviere die Focaccia noch leicht warm mit einem Schälchen gutem Olivenöl zum Dippen. Mehr braucht es manchmal wirklich nicht. Höchstens ein zweites Blech.

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