
Süss, säuerlich und verdammt verführerisch!
Aussen knusprig, innen herrlich cremig und obendrauf eine ordentliche Portion Rhabarber-Charme. Diese Wähe weiss genau, wie sie sich in Szene setzt: frech säuerlich, verführerisch süss und so lecker, dass das letzte Stück plötzlich Beine bekommt. Und davonrennt, bevor du «Wer will noch?» sagen kannst.
Der Rhabarber bringt die Säure, die Vanille sorgt für die süsse Versöhnung, und die Mandeln halten dem Ganzen den Rücken frei, damit der Boden schön knusprig bleibt. Ein echter Frühlingsbote, der ganz ohne Show die Hauptrolle auf dem Kuchenteller übernimmt.
Wähen sind in der Schweiz übrigens eine Wissenschaft für sich. Süss oder salzig, zum Zvieri oder als ganzes Znacht. Das Familienrezept hütet man wie einen Schatz. Dieses hier hat das Zeug dazu, eins zu werden.
Zutaten für eine Springform (ca. 26 cm), 8–12 Stücke
Für den Teig
- 200 g Mehl
- 50 g Zucker
- 1 Messerspitze Salz
- 100 g kalte Butter
- 1 Ei
Für den Belag
- 3 EL gemahlene Mandeln
- 750 g Rhabarber
- 4 EL Zucker
Für den Guss
- 1 dl Milch
- 1 dl Rahm
- 1 EL Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 ½ TL Maisstärke
- 1 Ei
Zum Bestäuben
- Puderzucker
Zubereitung
1. Den Teig kneten
Mehl, Zucker und Salz mischen. Die kalte Butter in Stücken dazugeben und mit den Fingerspitzen zu einer krümeligen Masse reiben. Ei dazu und alles rasch zu einem glatten Teig kneten. Rasch heisst rasch: Mürbeteig mag weder warme Hände noch langes Gefummel.
Den Teig etwa 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Auch ein guter Wähenboden braucht mal eine Pause.
2. Den Rhabarber zähmen
Rhabarber waschen, die Enden abschneiden und in etwa 1 cm grosse Stücke schneiden. Dicke Stangen vorher von den gröbsten Fasern befreien. Mit 4 EL Zucker mischen und beiseitestellen. Der Rhabarber darf ruhig sauer sein. Er wird gleich versöhnt.
3. Ofen an
Jetzt den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. So ist er genau dann heiss, wenn der Teig aus dem Kühlschrank kommt.
4. Den Guss anrühren
Milch, Rahm, 1 EL Zucker, Vanillezucker, Maisstärke und Ei gründlich verquirlen, bis alles schön glatt ist. Das ist der cremige Friedensstifter zwischen sauer und süss.
5. Ab in die Form
Eine Springform leicht einfetten. Den Teig auswallen, in die Form legen, einen kleinen Rand hochziehen und den Boden mehrmals mit der Gabel einstechen. Die gemahlenen Mandeln auf dem Boden verteilen. Sie schlucken den Rhabarbersaft und schützen den Boden vor dem Durchweichen.
Den Saft, der sich beim Rhabarber gesammelt hat, abgiessen. Dann den Rhabarber auf den Mandeln verteilen und den Guss darübergiessen.
6. Backen
Die Wähe im unteren Drittel des Ofens 40–45 Minuten backen, bis der Guss gestockt und die Oberfläche goldbraun ist.
7. Der süsse Auftritt
Etwas abkühlen lassen und vor dem Servieren grosszügig mit Puderzucker bestäuben. Lauwarm oder gut gekühlt: Sie schmeckt in beiden Varianten einfach köstlich.
Tipps der Küchenfee
Rosa statt grün: Rhabarber mit rotem Fruchtfleisch ist milder und macht die Wähe schön rosa. Die grünen Stangen sind saurer, also im Zweifelsfall einen Löffel Zucker mehr.
Mit Schlagrahm, versteht sich: Ein Klecks leicht geschlagener Rahm gehört zur Wähe wie der Kaffee zum Zvieri.
Für Erdbeerfreunde: Ersetze einen Drittel des Rhabarbers durch Erdbeeren. Das Traumpaar des Frühlings!
Der Rhabarber sagt: «Ich bin sauer.»
Die Vanille sagt: «Macht nichts, ich bin süss.»
Und zusammen sind sie einfach unwiderstehlich.

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