Wer nur geradeaus schaut, verpasst manchmal die schönsten Kurven des Lebens. Meine Hüften können das bestätigen.

Wer immer nur geradeaus schaut, hält das Leben vermutlich für eine schlecht geplante Autobahn: lang, grau und alle hundert Kilometer eine Raststätte mit lauwarmem Kaffee. Kein Wunder, dass dabei die schönsten Kurven verpasst werden. Gemeint sind der spontane Umweg zum See, das Lachen an der falschen Stelle und der Kuss, der eigentlich nicht im Kalender stand. Dazu kommt die Erkenntnis, dass «Das mache ich später» meistens nur die elegante Form von «Ich trau mich nicht» ist.

Also: Blinker setzen, Erwartungen überholen und ruhig mal ein bisschen die Kontrolle verlieren. (Im übertragenen Sinn, liebe Verkehrspolizei. Wir sind ja nicht verrückt. Nur ein bisschen.) Das Leben ist schliesslich kein Bürostuhl, der brav vor- und zurückrollt. Die beste Strecke führt selten direkt ans Ziel. Dafür führt sie oft zu einer Geschichte, die man noch Jahre später mit einem breiten Grinsen erzählt.

Und wenn jemand fragt, warum man so spät ankommt, gibt es nur eine Antwort: «Kurvenreich, aber jeden Umweg wert.»

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