
Wenn zartes Lamm auf Bohnen trifft, wird aus einem Eintopf eine Liebesgeschichte!
Hier wird nicht gekleckert, sondern geschmort! Zartes Lammfleisch, knackige grüne Bohnen, sämige Kartoffeln und grosse weisse Bohnen kuscheln sich in einen würzigen Sud aus Rotwein, Knoblauch und Kräutern. Dazu ein Hauch Zitrone und so viel Aroma, dass der Kochlöffel vor Begeisterung Pirouetten dreht.
In Griechenland kennt man das Lamm mit grünen Bohnen als echtes Sonntagsessen, und die Gigantes, die cremigen Riesenbohnen, sind ohnehin Nationalstolz. Dieser Eintopf bringt beides zusammen: rustikal, kräftig und herrlich mediterran. Er braucht keinen Schnickschnack und keine Sterneküche, nur etwas Zeit, einen guten Topf und hungrige Menschen am Tisch.
Kalorienzähler mit kleinen Tellerchen sind hier am falschen Ort. Hier wird ordentlich aufgetischt! Und wer behauptet, nach einer Portion satt zu sein, sollte vorsichtshalber den Brotkorb in Sicherheit bringen. Die Sauce will schliesslich auch noch aufgetunkt werden.
Zutaten für ca. 6 Portionen
- 800 g Lammfleisch aus der Keule
- 500 g grüne Bohnen
- 500 g Kartoffeln
- 1 Dose grosse weisse Bohnen oder ca. 400 g vorgekochte Gigantes
- 250 g Zwiebeln
- 3–4 Knoblauchzehen
- 1 Bund Rosmarin
- 1 Bund Thymian
- 1 Bund Oregano
- 1 dl Olivenöl
- 6 EL Zitronensaft
- 3–4 Lorbeerblätter
- 4 dl Rotwein
- 2 Fleischtomaten
- ca. 1,25 dl Wasser, bei Bedarf mehr
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung
1. Das Lamm bekommt eine Kräuterkur (am Vortag)
Das Lammfleisch in mundgerechte Würfel schneiden und trocken tupfen. Zwiebeln in Spalten, Knoblauch in Scheiben schneiden. Die Kräuter waschen, trocken tupfen und grob hacken.
Das Fleisch mit Olivenöl, Zitronensaft, Zwiebeln, Knoblauch, Kräutern und Lorbeerblättern in einer grossen Schüssel mischen und mit Pfeffer würzen. Zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen. Das ist kein Luxus, sondern Geschmackspflege. Das Lamm hat jetzt eine ganze Nacht Zeit, sich mit Knoblauch und Kräutern anzufreunden.
2. Jetzt wird geschmort
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch mitsamt Marinade in einen grossen, ofenfesten Schmortopf geben und etwa 30 Minuten offen im Ofen anbraten, bis es Farbe bekommt. Ab und zu nachschauen, damit Kräuter und Knoblauch nicht verbrennen.
Dann gut 1 dl Rotwein und das Wasser dazugiessen, den Deckel auflegen und die Temperatur auf 160 °C reduzieren. Etwa 1 Stunde schmoren lassen.
3. Die Bohnenbande macht sich bereit
In der Zwischenzeit die grünen Bohnen waschen, die Enden abschneiden und je nach Länge halbieren. Kartoffeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Die weissen Bohnen abtropfen lassen. Tomaten waschen und achteln.
4. Die Bohnenbande marschiert ein
Nach etwa einer Stunde grüne Bohnen, Kartoffeln und weisse Bohnen zum Fleisch geben. Den restlichen Rotwein nach und nach dazugiessen, bei Bedarf etwas Wasser ergänzen. Das Gemüse soll schmoren, nicht schwimmen. Vorsichtig mischen, Deckel drauf und weiterschmoren.
Und dann: Finger weg vom Kochlöffel! Das Lamm will seine Ruhe, die Kartoffeln wollen nicht zerfallen, und die Bohnen möchten in Form bleiben.
5. Die Tomaten kommen zum Finale
Etwa 20 Minuten vor Schluss die Tomatenachtel dazugeben. Weiterschmoren, bis das Lamm zart und das Gemüse gar ist. Insgesamt dauert das gut 1 ¾ Stunden ab dem Anbraten. Ist das Fleisch noch nicht weich genug, darf es gerne noch etwas länger im Ofen bleiben. Gut Ding will Weile haben.
6. Abschmecken und auftischen
Den Topf aus dem Ofen nehmen und die Lorbeerblätter entfernen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, wer mag, gibt noch einen Spritzer frischen Zitronensaft dazu. Ein paar Minuten ruhen lassen und heiss servieren.
Tipps der Küchenfee
Zart wird’s mit Zeit: Das Lamm ist fertig, wenn es sich mit der Gabel leicht zerteilen lässt. Nicht die Uhr entscheidet, sondern die Gabel.
Sämige Sauce ohne Mehl: Zum Schluss ein paar Kartoffelstücke direkt im Topf zerdrücken und unterrühren. Die Stärke bindet die Sauce ganz natürlich.
Am Vortag kochen: Aufgewärmt schmeckt der Eintopf oft noch besser. Reste rasch abkühlen, im Kühlschrank aufbewahren und vor dem Servieren gut durcherhitzen.
Dazu: Ein frisches Bauernbrot, ein Stück Feta und ein Glas vom Rotwein, der nicht im Topf gelandet ist.
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