Autor: Textstübli à la carte

  • Süßkartoffel-Kichererbsen mit Feta und Granatapfelkernen

    Süßkartoffel-Kichererbsen mit Feta und Granatapfelkernen

    Süss, scharf, salzig, und verdammt sexy auf dem Teller!

    Wer braucht schon langweiligen Salat, wenn Süsskartoffeln, feurige Kichererbsen, cremiger Feta und knackige Granatapfelkerne gemeinsam die Geschmacksknospen zum Tanzen bringen? Und zwar keinen Walzer, sondern Sirtaki mit Tempo.

    Hier trifft süss auf scharf, cremig auf knackig und Orient auf Feierabendküche. Dazu eine ordentliche Portion Harissa, frischer Koriander und Zitrone, die dem Ganzen gehörig Pfeffer unter den Hintern machen.

    Das Beste daran? Wenig Aufwand, grosse Geschmacksexplosion und kein Küchenchaos, das dich bis morgen verfolgt. Ob aus der Heissluftfritteuse oder dem Backofen: Dieses Gericht liefert ab. Punkt.

    Also: Kochlöffel schwingen statt Langeweile löffeln!

    Zutaten für 2–3 Portionen

    • 600 g Süsskartoffeln
    • 400 g gekochte Kichererbsen (aus der Dose geht natürlich auch)
    • 100 g Babyspinat
    • 150 g Feta
    • 1 Zwiebel
    • 2 Knoblauchzehen
    • 3 EL Olivenöl
    • 3 TL Harissa-Paste (oder scharfes Paprikamark mit Chiliflocken)
    • ½ Handvoll frischer Koriander
    • 1 Bio-Zitrone
    • 4 EL Granatapfelkerne
    • Salz nach Geschmack

    Zubereitung

    1. Süsskartoffeln an den Start!
    Süsskartoffeln schälen, waschen und in etwa 1 cm grosse Würfel schneiden. Mit 1 EL Olivenöl vermengen, salzen und in der Heissluftfritteuse bei 180 °C etwa 10 Minuten garen. Zwischendurch einmal schütteln, damit alle gleichmässig braun werden. Fairness muss sein.
    Keine Heissluftfritteuse? Kein Drama! Dann kommen die Würfel auf einem Blech mit Backpapier bei 200 °C Umluft für etwa 20 Minuten in den Ofen.

    2. Würze statt Langeweile!
    Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Spinat waschen und trocken schleudern. Kichererbsen abspülen und abtropfen lassen. Alles mit 1 EL Olivenöl und der Harissa vermischen. Wer es feurig mag, darf hier ruhig Farbe bekennen. Wer es sehr feurig mag, stellt schon mal ein Glas Wasser bereit.

    3. Jetzt wird’s käsig!
    Die Kichererbsen-Spinat-Mischung auf den Süsskartoffeln verteilen, Feta grosszügig darüberbröseln und alles nochmals 5–7 Minuten garen (im Ofen eher 8–10 Minuten). Der Spinat fällt zusammen, der Feta wird warm, und alle Zutaten kuscheln sich gemütlich aneinander.

    4. Frischekick gefällig?
    Koriander waschen, trocken schütteln und die Blättchen abzupfen. Zitrone abspülen und in Spalten schneiden. Korianderhasser: Glatte Petersilie springt gern ein. Ohne beleidigt zu sein.

    5. Das grosse Finale!
    Alles auf einer Platte oder einem grossen Teller anrichten. Mit Koriander und Granatapfelkernen toppen, das restliche Olivenöl darüberträufeln und mit Zitronenspalten servieren. Sieht aus wie Konfetti, schmeckt wie Ferien.

    Und jetzt? Rein mit der Gabel!
    Süss, würzig, cremig, knackig und mit genau dem richtigen Schärfekick. Dieses Gericht ist der beste Beweis, dass gesundes Essen alles andere als langweilig sein muss.

    Küchenfee-Tipp: So kriegst du die Granatapfelkerne ohne Tatort-Optik heraus: Den Granatapfel halbieren, mit der Schnittfläche nach unten über eine Schüssel halten und mit einem Holzlöffel kräftig auf die Schale klopfen. Die Kerne purzeln heraus, und du kannst dabei ganz legal Frust abbauen. Eine Schürze schadet trotzdem nicht.

    Wer braucht da noch einen Lieferservice?

  • Rote Beete-Orangen-Salat mit Minze

    Rote Beete-Orangen-Salat mit Minze

    ROTE BETE TRIFFT ORANGE – UND DIE MINZE MACHT DIE PARTY PERFEKT!

    Wer behauptet eigentlich, Salat sei langweilig? Vermutlich dieselben Leute, die ihre Gurke für das spannendste Gemüse der Woche halten.

    Hier treffen erdige Rote Bete, saftige Orangen, freche rote Zwiebeln und erfrischende Minze aufeinander. Dazu ein zitronig-knoblauchiges Dressing, das ordentlich Schwung in die Schüssel bringt. Und weil das Auge bekanntlich mitisst, sieht das Ganze auch noch verdammt gut aus!

    Bunt, knackig, fruchtig und mit ordentlich Charakter. Dieser Salat braucht weder Sahnesauce noch eine komplizierte Zutatenliste, um Eindruck zu schinden. Er kann ganz allein die Show stehlen – als Beilage, leichtes Mittagessen oder als farbenfroher Hingucker auf dem Buffet.

    Also, Schluss mit Grünzeug-Langeweile! Hier kommt ein Salat, der Farbe bekennt und geschmacklich nicht auf den Mund gefallen ist.

    Zutaten

    Für den Salat:

    • 4 Rote Beten (ca. 600 g), geschält und in feine Streifen geschnitten
    • 3 grosse Orangen, geschält und filetiert
    • ½ kleine rote Zwiebel, in dünne Scheiben geschnitten
    • ½ Bund glatte Petersilie, grob gehackt
    • ½ Bund frische Minze, grob gehackt

    Für das Dressing:

    • 4 EL Olivenöl
    • 1 EL Rotweinessig
    • ½ EL fein geriebene Zitronenschale
    • Saft von ½ Zitrone
    • 1 kleine Knoblauchzehe, zerdrückt
    • Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack

    Zum Garnieren (optional):

    • Schwarzkümmel, ganz

    Zubereitung:

    1. Das Dressing macht den Unterschied!
    Olivenöl, Rotweinessig, Zitronenschale, Zitronensaft und zerdrückten Knoblauch in einer kleinen Schüssel verrühren. Mit Meersalz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken. Kurz beiseitestellen, damit sich die Aromen schon mal kennenlernen können.

    2. Jetzt wird’s bunt!
    Rote Bete schälen und in feine Julienne-Streifen schneiden. Orangen schälen, filetieren und die rote Zwiebel in dünne Scheiben schneiden. Petersilie und Minze grob hacken. Alles in eine grosse Schüssel geben.

    3. Dressing drüber und los geht’s!
    Das Dressing über die Zutaten giessen und alles gründlich vermischen. Wer mag, streut noch etwas Schwarzkümmel darüber. Der sorgt für einen würzigen Akzent und macht auch optisch ordentlich was her.

    4. Geduld, du Küchen-Rakete!
    Den Salat vor dem Servieren etwas durchziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten können. In der Zwischenzeit darfst du schon mal bewundernde Blicke auf dein farbenfrohes Meisterwerk werfen.

    Tipp der Küchenfee:

    Orangen filetieren wie ein Profi: Die Schale mitsamt der weissen Haut entfernen. Die Orange über einer kleinen Schüssel halten und die Filets mit einem scharfen Messer zwischen den Trennhäuten herausschneiden. So fängst du gleich den köstlichen Saft auf und kannst ihn bei Bedarf ins Dressing geben.

    Rote Bete ohne Schneidebrett-Drama: Eine Mandoline eignet sich hervorragend, um feine, gleichmässige Streifen zu schneiden. Am besten Handschuhe tragen, wenn du rote Finger vermeiden möchtest – ausser natürlich, du möchtest deinen Mitmenschen einen kleinen Krimi präsentieren.

    Kleiner Geheimtipp: Schwarzkümmel findest du häufig im Bio-Laden. Er verleiht dem Salat eine zusätzliche würzige Note.

    Übrigens: Reste lassen sich in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag geniessen. Dann sind die Aromen schön durchgezogen und der Salat schmeckt noch einmal anders.

    Mein Fazit: Süss trifft erdig, frisch küsst würzig und die Minze sorgt für den Frischekick. Ein Salat mit Persönlichkeit – ganz ohne kompliziertes Küchen-Tamtam!

    Und jetzt mal ehrlich: Wer braucht schon langweiligen Beilagensalat, wenn man so viel Farbe und Geschmack auf den Teller bringen kann?

  • Eierschnittli – Goldstücke aus der Pfanne

    Eierschnittli – Goldstücke aus der Pfanne

    Draussen pfeift der Wind ums Haus, drinnen brutzelt’s in der Pfanne. Wer kennt das nicht? Mutter steht am Herd, die Küche duftet nach Butter und Zimt, und wir Kinder sitzen am Tisch, die Gabel schon in der Faust und bereit zum Angriff. Dazu gibt es Apfelmus, natürlich selbstgemacht, mit Äpfeln aus dem eigenen Garten. Apfelmus aus dem Laden? Das kannten wir nicht einmal vom Hörensagen.

    Eierschnittli heissen in der Schweiz auch Fotzelschnitten, in Griechenland αυγοφέτες (Avgofetes). Sie sind die eleganteste Ausrede der Welt, um altes Brot nicht wegzuwerfen: Aus dem Brot von gestern wird ein Goldstück von heute. Resteverwertung mit Heiligenschein.

    Heute kommen sie leider seltener auf den Tisch. Eigentlich schade, denn die Eierschnittli haben sich mächtig gemausert. Die Eimasse gibt es längst auch herzhaft gewürzt, mit Käse, feinsten Gemüseraspeln und Kräutern. Dazu passen Salat, gebratene Champignons, knuspriger Speck oder Schinken. Aus dem Kinderteller-Klassiker ist ein Znacht geworden, mit dem man auch vor Gästen glänzen kann.

    Und die süsse Variante? Die ist dem Apfelmus längst nicht mehr treu. Sie flirtet mit Birnen- und Zwetschgenkompott, mit frischen Beeren, Vanillesauce, Honig, Ahornsirup und gedünsteten Zimtäpfeln. Treue sieht anders aus. Aber wer will ihr das verübeln?

    Auch beim Brot herrscht Gedränge. Weissbrot, Brezelbrot, dunkles Brot und Vollkornbrot schubsen einander zur Seite, und jedes will zuerst ins Eierbad. Die Küchenfee lässt sie alle ran. Gerecht muss es schliesslich zugehen.

    Kaum hat die Küchenfee eine neue Idee, landet sie schon in der Pfanne, zur Freude der hungrigen Mäuler am Tisch. Für sie selbst bleibt meist nur die letzte Scheibe, die leicht angebrannte. Sie behauptet steif und fest, die schmecke ihr am besten. Mütter wissen, wovon ich rede.

    Rezept: Eierschnittli für 4 hungrige Mäuler

    Grundrezept

    • 8 Scheiben altbackenes Brot (1–2 Tage alt), Sorte nach Belieben
    • 3 Eier
    • 2,5 dl Milch
    • 1 Prise Salz
    • Butter oder Olivenöl zum Braten

    Süss: 1 EL Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker in die Eimasse rühren. Zum Wenden 4 EL Zucker mit 1 TL Zimt mischen.

    Herzhaft: Die Eimasse mit Pfeffer und 1 Prise Muskat würzen. 50 g geriebenen Käse (z. B. Gruyère oder Kefalotyri), 1 EL gehackte Kräuter und nach Lust 1 kleines Rüebli oder 1 kleine Zucchetti, fein geraffelt, darunterrühren.

    Zubereitung

    1. Eier, Milch und Salz in einem tiefen Teller verquirlen, dann süss oder herzhaft ergänzen.
    2. Die Brotscheiben kurz in der Eimasse wenden. Sie sollen sich vollsaugen, aber nicht zerfallen. Altbackenes Brot hält das tapfer aus, frisches wird zu Matsch.
    3. Butter oder Olivenöl in einer Bratpfanne bei mittlerer Hitze erhitzen.
    4. Die Scheiben auf jeder Seite 2–3 Minuten goldbraun braten und dabei nicht ständig wenden. Geduld ist die geheime Zutat.
    5. Süsse Schnittli noch heiss im Zimtzucker wenden, herzhafte mit Beilage servieren. Sofort essen, denn Warten ist keine Option.
  • Chicorée-Auflauf mit Schinken, Béchamel und Käsekruste

    Chicorée-Auflauf mit Schinken, Béchamel und Käsekruste

    Chicorée kann bitter sein. Dieser Auflauf macht ihn einfach unwiderstehlich!

    Du dachtest, Chicorée sei nur etwas für Leute, die freiwillig Salat essen, während die anderen am Schnitzel knabbern? Dann halt dich fest! Heute bekommt das ewig unterschätzte Gemüse seinen grossen Auftritt, und zwar in der Hauptrolle. Mit Schinken, samtiger Béchamel und einer goldbraunen Käsekruste als Kostüm.

    Aussen knusprig, innen zart und obendrauf eine Sauce, so cremig, dass selbst der letzte Toast neidisch wird. Der Gouda schmilzt dahin, der Schinken bringt Würze, und das Paniermehl liefert den Crunch, den wir alle verdient haben.

    Das ist kein langweiliger Gemüseauflauf. Das ist Chicorée mit Käsekruste und Charakter!

    Also: Ofen an, Kochlöffel raus und Schluss mit kulinarischer Bescheidenheit. Heute wird überbacken, bis der Löffel glüht!

    Zutaten für 2–3 Portionen (je nach Hunger und Ehrlichkeit)

    • 3 Chicorée
    • 3 Scheiben Kochschinken
    • 50 g mittelalter Gouda
    • 15 g Paniermehl
    • 1 Schalotte
    • 40 g Butter
    • 40 g Mehl
    • 750 ml Gemüsebrühe
    • 250 ml Milch
    • ½ Zitrone
    • 1 TL Salz
    • 1 TL Zucker
    • 1 Lorbeerblatt
    • Pfeffer und Muskat nach Geschmack

    Zubereitung

    1. Chicorée in den Wellnessmodus versetzen
    Gib die Gemüsebrühe mit Salz, Zucker, Lorbeerblatt und dem Saft der halben Zitrone in einen Topf. Lege die Chicorée im Ganzen hinein und lass sie etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze ziehen. Wichtig: Die Brühe soll nicht kochen. Das ist ein Spa-Besuch, kein Whirlpool.
    Danach den Chicorée herausnehmen und 200 ml Brühe für die Béchamel beiseitestellen. Die Chicorée der Länge nach halbieren und den Strunk keilförmig herausschneiden. Keine Sorge, eine leichte Bitternote bleibt. Sie gehört schliesslich zum Charakter!

    2. Béchamel: Jetzt wird’s cremig!
    Würfle die Schalotte sehr fein. Schmilz die Butter in einem Topf und dünste die Schalotte darin glasig. Streu das Mehl darüber und schwitze es bei kleiner Hitze 1–2 Minuten an. Achtung: Das Mehl soll nicht braun werden. Wir wollen eine feine Sauce und keinen kulinarischen Sonnenbrand!
    Giess nach und nach unter ständigem Rühren die Milch und die beiseitegestellte Brühe dazu. Rühren, rühren, rühren, bis die Sauce glatt und sämig ist. Wer jetzt aufhört, wird von Klümpchen bestraft. Mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.

    3. Schichtarbeit mit Genussfaktor
    Heize den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vor. Reibe den Gouda und schneide den Schinken in feine Streifen.
    Fette eine Auflaufform ein, verteile die Béchamel darin und streu etwas Käse darüber. Lege die Chicoréehälften mit der Schnittfläche nach oben hinein, wie Gäste in einem sehr cremigen Bett. Verteile den Schinken darauf und drumherum und deck alles mit dem restlichen Gouda zu.

    4. Knusperkruste statt Gemüse-Langeweile
    Streu das Paniermehl grosszügig darüber. Es sorgt für die goldbraune Kruste, bei der selbst Käsefans kurz die Contenance verlieren. Ab in den Ofen damit, etwa 20 Minuten, bis der Käse geschmolzen und goldbraun ist.

    5. Der schwierigste Teil: Warten!
    Nimm den Auflauf aus dem Ofen und lass ihn ein paar Minuten ruhen. Der Duft treibt dich an den Rand der Selbstbeherrschung, aber Vorsicht: Heisser Käse verzeiht keine Ungeduld. Deine Zunge auch nicht.
    Dann heisst es: Teller füllen, Gabel schnappen und geniessen.

    Was passt dazu?
    Salzkartoffeln, Kartoffelstock oder ein knuspriges Baguette. Damit rettest du auch den letzten Rest Béchamel aus der Form. Lebensmittelverschwendung kommt uns nicht auf den Teller!

    Küchenfee-Tipp: Wer mag, wickelt jede Chicoréehälfte in eine halbe Scheibe Schinken ein, statt ihn in Streifen zu schneiden. Das sieht aus wie kleine Päckli und macht beim Servieren richtig Eindruck. Und für eine vegetarische Variante lässt du den Schinken weg und streust ein paar geröstete Baumnüsse darüber.

    Mein Herbst-Motto:
    Das Leben ist manchmal bitter. Zum Glück gibt’s Käse, Béchamel und einen heissen Ofen!

    Herzhaft. Cremig. Knusprig. Und definitiv kein Gemüse für Langweiler.

  • Wassermelonen-Feta-Salat mit Rucola

    Wassermelonen-Feta-Salat mit Rucola

    Süss trifft salzig, und der Sommer schmeisst eine Party!

    Saftig-süsse Wassermelone flirtet mit würzigem Feta, pfeffriger Rucola mischt sich frech ein, und knackige Baumnüsse sorgen für den nötigen Biss. Dazu ein feines Dressing aus Olivenöl und Balsamico, fertig ist ein Salat, der alles andere als brav ist.

    Hier in Griechenland ist diese Kombination übrigens keine verrückte Erfindung, sondern Sommeralltag. Karpouzi me feta, Wassermelone mit Feta, steht im August auf jedem zweiten Tisch: nach dem Baden, im Schatten, mit salzigen Fingern und sandigen Füssen. Wer’s einmal probiert hat, versteht sofort, warum.

    Perfekt für heisse Tage, Grillabende oder immer dann, wenn du Lust auf etwas Leichtes hast, ohne auf Geschmack zu verzichten. Und wer behauptet, Obst habe im Salat nichts verloren, bekommt einen Teller vorgesetzt und darf seine Meinung nach dem ersten Bissen in aller Ruhe überdenken.

    Zutaten für ca. 4 Portionen

    • 800 g Wassermelone (Fruchtfleisch)
    • 150 g Feta
    • 75 g Rucola
    • 50 g Baumnüsse (Walnüsse)
    • 2 EL Olivenöl
    • 1 EL Aceto balsamico
    • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
    • nach Belieben: ein paar frische Minzblätter

    Zubereitung

    1. Die Melone in Form bringen
    Die Wassermelone schälen, Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Würfel schneiden. Je reifer und saftiger, desto besser. Die Melone bringt die Süsse, der Feta ist schon auf dem Weg.

    2. Rucola frisch machen
    Rucola waschen und gut trocken schleudern. Niemand will einen Salat, der eher nach Poolparty als nach Sommergenuss schmeckt.

    3. Feta zerlegen
    Den Feta würfeln oder mit den Fingern grob zerbröseln. Rustikal ist erwünscht. Das hier ist ein Sommersalat und keine Bewerbung für eine Käse-Modenschau.

    4. Nüsse rösten
    Die Baumnüsse grob hacken und kurz in einer Pfanne ohne Fett rösten. Gut im Auge behalten, zwischen «herrlich geröstet» und «verkohlt mit Charakter» liegen nur wenige Sekunden. Etwas abkühlen lassen.

    5. Das Dressing
    Olivenöl und Balsamico verrühren und mit Pfeffer und wenig Salz abschmecken. Wenig, weil der Feta schon ordentlich Würze mitbringt.

    6. Alles in die Schüssel
    Melone, Rucola und Feta in eine grosse Schüssel geben, das Dressing darüberträufeln und vorsichtig mischen, damit die Melonenwürfel ihre Form behalten und der Feta nicht ganz zerfällt. Zum Schluss die Nüsse und, wer mag, ein paar Minzblätter darüberstreuen. Sofort servieren!

    Tipps der Küchenfee

    Kalt, kälter, Melone: Die Wassermelone vorher ein paar Stunden in den Kühlschrank legen. Eiskalt schmeckt der Salat an heissen Tagen am besten.

    Erst kurz vor dem Essen anmachen: Die Melone gibt schnell Saft ab. Wer den Salat vorbereiten will, mischt alles erst unmittelbar vor dem Servieren.

    Zum Grillieren: Der Salat passt wunderbar zu gegrilltem Gemüse, Fleisch oder den Halloumi-Spiessen. Und mach lieber gleich die doppelte Menge, sonst fragt am Ende garantiert jemand: «War das etwa schon alles?»

    Griechische Variante: Statt Balsamico einfach einen Spritzer Zitrone und eine Prise getrockneten Oregano. So isst man ihn auf Kreta am Strand.

    Wetterbericht für deinen Teller:
    Sonnig und 30 Grad im Schatten, leicht salzige Brise aus Richtung Feta, vereinzelt knusprige Schauer.
    Aussichten für morgen: Lust auf Wiederholung.

  • Joghurtmousse mit Thymian-Honig-Nüssen

    Joghurtmousse mit Thymian-Honig-Nüssen

    Süss, frech und herrlich cremig: Dieses Dessert hat den Honig nicht nur im Namen!

    Wer behauptet, Joghurt sei langweilig, hat ihn noch nie im Abendkleid gesehen. Hier trifft fluffige Joghurtmousse auf fruchtige Himbeeren, knackige Honignüsse und eine feine Thymiannote, die dem Ganzen ordentlich Pfiff gibt. Cremig, fruchtig, nussig und genau richtig süss: Da wird der Nachtisch zum Hauptdarsteller.

    Der Star im Hintergrund ist der Thymianhonig. Hier auf Kreta summen die Bienen im Sommer über die wilden Thymianbüsche in den Bergen, und heraus kommt ein Honig, der nach Sonne, Kräutern und Ferien schmeckt. Ein Löffel davon, und man hört fast die Zikaden zirpen.

    Und weil das Ganze im Glas daherkommt, sieht es aus, als hätte es stundenlang ein Dessert-Coaching besucht. Dabei ist die Zubereitung herrlich unkompliziert.

    Achtung: Wer dieses Dessert serviert, erlebt Folgendes: Erst wird höflich gelöffelt, dann verdächtig oft ins Nachbarglas geschielt, und am Ende fragt jemand ganz beiläufig, ob in der Küche zufällig noch Nachschub wartet.

    Zutaten für 4 Dessertgläser (à ca. 350 ml)

    Insgesamt 150 g Thymianhonig, aufgeteilt in:

    • 75 g für die Mousse
    • 50 g für die Himbeersauce
    • 25 g für die Nüsse

    Für die Joghurtmousse

    • 500 g Vollmilchjoghurt (oder griechischer Joghurt für extra Cremigkeit)
    • 2 dl Rahm
    • 3 Blatt Gelatine
    • 1 Vanilleschote

    Für die Himbeersauce

    • 300 g Himbeeren, frisch oder tiefgekühlt

    Für die Honignüsse

    • 25 g Pistazien
    • 75 g Baumnüsse (Walnüsse)

    Ausserdem: Backpapier, ein paar frische Himbeeren und Thymianzweiglein zum Garnieren

    Zubereitung

    1. Himbeeren auftauen lassen
    Tiefgekühlte Himbeeren in einer Schüssel auftauen lassen. Frische können sofort mitspielen.

    2. Knackige Honignüsse
    Pistazien und Baumnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. 25 g Honig dazugeben und kurz rühren, bis alle Nüsse glänzend überzogen sind. Auf einem Backpapier ausbreiten und vollständig auskühlen lassen.
    Und bitte nicht heiss naschen! Heisser Honig ist kein Lippenbalsam.

    3. Gelatine einweichen
    Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen (Zeit nach Packungsangabe). Während sie badet, geht’s weiter.

    4. Vanille und Rahm
    Die Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herauskratzen. Den Rahm steif schlagen und kühl stellen.

    5. Himbeersauce mixen
    Himbeeren mit 50 g Honig fein pürieren. Wer keine Kerne zwischen den Zähnen mag, streicht die Sauce durch ein feines Sieb.

    6. Die Mousse wird flauschig
    Joghurt mit 75 g Honig und dem Vanillemark glatt rühren. Die Gelatine gut ausdrücken und in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze auflösen, nicht kochen! Drei Esslöffel Joghurtcreme in die flüssige Gelatine rühren, dann diese Mischung zügig unter die restliche Creme ziehen. Zum Schluss den Rahm vorsichtig unterheben.
    Unterheben heisst sanft falten, nicht verprügeln. Wir wollen eine luftige Mousse und keinen beleidigten Joghurt.

    7. Schichten
    Die Hälfte der Mousse auf die Gläser verteilen. Etwa zwei Drittel der Himbeersauce darübergeben und die Hälfte der Honignüsse daraufstreuen. Dann die restliche Mousse einfüllen. Die Gläser mindestens 3 Stunden kalt stellen.

    8. Das grosse Finale
    Kurz vor dem Servieren die restliche Himbeersauce und die übrigen Nüsse obendrauf geben. Mit frischen Himbeeren und einem Thymianzweiglein garnieren. Fertig ist der grosse Auftritt.

    Tipps der Küchenfee

    Knusper bleibt knusprig: Die Nüsse in der Mitte werden im Kühlschrank etwas weicher, das ist gewollt und schmeckt wie Nougat. Die oberen Nüsse kommen dafür erst kurz vor dem Servieren drauf, die liefern den Crunch.

    Säuerlicher gefällig? Einen Teil der Himbeeren durch Johannisbeeren ersetzen.

    Gelatine-Geheimnis: Die aufgelöste Gelatine nie direkt in die kalte Creme kippen, sonst zieht sie Fäden. Immer erst mit ein paar Löffeln Creme angleichen, wie in Schritt 6.

    Gläser mit Durchblick: Durchsichtige Gläser zeigen die schönen Schichten. Halbe Show ist hier keine Option!

    Fundbüro, Meldung Nr. 1:
    Vermisst wird der letzte Löffel Joghurtmousse.
    Zuletzt gesehen: gestern Nacht, im Kühlschrank, Glas Nr. 3.
    Hinweise werden diskret entgegengenommen. Tatverdächtige werden gebeten, sich die Himbeersauce aus dem Mundwinkel zu wischen.

  • Honigglasierte Halloumi-Spiesse

    Honigglasierte Halloumi-Spiesse

    Süss, salzig, frech: Diese Spiesse wissen genau, was sie wollen!

    Aussen goldbraun, innen herrlich quietschig und umhüllt von einer Honigglasur, die süchtig machen könnte. Diese Halloumi-Spiesse sind der Flirt auf jedem Grillbuffet: ein bisschen süss, eine Prise Rauch, ein Spritzer Zitrone und ganz viel Geschmack.

    Halloumi stammt aus Zypern und hat eine besondere Superkraft: Er schmilzt nicht, wenn man ihn grilliert. Er bleibt standhaft, bekommt eine goldene Kruste und quietscht beim Reinbeissen leise zwischen den Zähnen. Ein Käse mit Charakter und Soundeffekt!

    Die Spiesse brauchen kein Fleisch, um die Show zu stehlen. Einmal probiert, und die vermeintliche Beilage wird zur heimlichen Hauptdarstellerin. Die Würste schauen dann ein bisschen beleidigt vom Rost.

    Zutaten für ca. 4 Portionen (8 Spiesse)

    • 400 g Halloumi
    • 3 EL flüssiger Honig
    • 2 EL Olivenöl
    • 1 EL Sojasauce
    • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
    • Saft einer halben Zitrone
    • frische Kräuter, z. B. Thymian oder Rosmarin, zum Garnieren
    • 8 Holzspiesse

    Zubereitung

    1. Spiesse baden schicken
    Die Holzspiesse mindestens 30 Minuten in Wasser einweichen. Sonst gehen sie auf dem Grill in Flammen auf, und das ist zwar spektakulär, aber nicht lecker.

    2. Grill anheizen
    Den Grill oder eine Grillpfanne auf mittlere Hitze (ca. 180 °C) bringen.

    3. Würfeln und aufspiessen
    Den Halloumi in etwa 2 cm grosse Würfel schneiden und auf die eingeweichten Spiesse stecken.

    4. Die Glasur anrühren
    Honig, Olivenöl, Sojasauce, Zitronensaft und Paprikapulver in einer kleinen Schüssel verrühren. Probieren erlaubt, ablecken des Löffels ausdrücklich empfohlen.

    5. Ab auf den Grill
    Die Spiesse dünn mit der Glasur bepinseln und auf den Grill legen. Rundum insgesamt 8–10 Minuten grillieren und dabei immer wieder wenden, bis der Halloumi schöne Grillstreifen hat. Den grössten Teil der Glasur erst in den letzten Minuten aufpinseln. Honig bräunt schnell und wird sonst bitter statt goldig.

    6. Garnieren und servieren
    Die Spiesse vom Grill nehmen, mit frischen Kräutern bestreuen und sofort servieren. Halloumi schmeckt warm am besten. Kalt wird er zäh und verliert sein Quietschen. Und das wäre wirklich schade.

    Tipps der Küchenfee

    Bunte Spiesse: Abwechselnd mit Peperonistücken, Zucchettischeiben oder Cherrytomaten aufspiessen. Das sieht fröhlich aus und macht die Spiesse zur vollwertigen Mahlzeit.

    Flüssiger Honig für eine glatte Glasur: Cremiger Honig lässt sich schlecht verstreichen. Notfalls kurz im Wasserbad erwärmen.

    Mittlere Hitze, bitte: Zu viel Hitze bräunt den Halloumi aussen schnell, bevor er innen schön warm ist.

    Mehr Pfiff: Eine fein gehackte Knoblauchzehe oder eine Prise Chili in der Glasur, und die Spiesse zeigen Zähne.

    Mach gleich eine Extraportion. Wer behauptet, nur einen Spiess zu nehmen, hat entweder einen eisernen Willen oder diese kleinen Käseverführer noch nie probiert.

    Grillregel Nummer eins: Wer am Grill steht, darf vorkosten.
    Grillregel Nummer zwei: siehe Regel Nummer eins.

  • Bohnen-Lamm-Eintopf

    Bohnen-Lamm-Eintopf

    Wenn zartes Lamm auf Bohnen trifft, wird aus einem Eintopf eine Liebesgeschichte!

    Hier wird nicht gekleckert, sondern geschmort! Zartes Lammfleisch, knackige grüne Bohnen, sämige Kartoffeln und grosse weisse Bohnen kuscheln sich in einen würzigen Sud aus Rotwein, Knoblauch und Kräutern. Dazu ein Hauch Zitrone und so viel Aroma, dass der Kochlöffel vor Begeisterung Pirouetten dreht.

    In Griechenland kennt man das Lamm mit grünen Bohnen als echtes Sonntagsessen, und die Gigantes, die cremigen Riesenbohnen, sind ohnehin Nationalstolz. Dieser Eintopf bringt beides zusammen: rustikal, kräftig und herrlich mediterran. Er braucht keinen Schnickschnack und keine Sterneküche, nur etwas Zeit, einen guten Topf und hungrige Menschen am Tisch.

    Kalorienzähler mit kleinen Tellerchen sind hier am falschen Ort. Hier wird ordentlich aufgetischt! Und wer behauptet, nach einer Portion satt zu sein, sollte vorsichtshalber den Brotkorb in Sicherheit bringen. Die Sauce will schliesslich auch noch aufgetunkt werden.

    Zutaten für ca. 6 Portionen

    • 800 g Lammfleisch aus der Keule
    • 500 g grüne Bohnen
    • 500 g Kartoffeln
    • 1 Dose grosse weisse Bohnen oder ca. 400 g vorgekochte Gigantes
    • 250 g Zwiebeln
    • 3–4 Knoblauchzehen
    • 1 Bund Rosmarin
    • 1 Bund Thymian
    • 1 Bund Oregano
    • 1 dl Olivenöl
    • 6 EL Zitronensaft
    • 3–4 Lorbeerblätter
    • 4 dl Rotwein
    • 2 Fleischtomaten
    • ca. 1,25 dl Wasser, bei Bedarf mehr
    • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

    Zubereitung

    1. Das Lamm bekommt eine Kräuterkur (am Vortag)
    Das Lammfleisch in mundgerechte Würfel schneiden und trocken tupfen. Zwiebeln in Spalten, Knoblauch in Scheiben schneiden. Die Kräuter waschen, trocken tupfen und grob hacken.
    Das Fleisch mit Olivenöl, Zitronensaft, Zwiebeln, Knoblauch, Kräutern und Lorbeerblättern in einer grossen Schüssel mischen und mit Pfeffer würzen. Zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen. Das ist kein Luxus, sondern Geschmackspflege. Das Lamm hat jetzt eine ganze Nacht Zeit, sich mit Knoblauch und Kräutern anzufreunden.

    2. Jetzt wird geschmort
    Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch mitsamt Marinade in einen grossen, ofenfesten Schmortopf geben und etwa 30 Minuten offen im Ofen anbraten, bis es Farbe bekommt. Ab und zu nachschauen, damit Kräuter und Knoblauch nicht verbrennen.
    Dann gut 1 dl Rotwein und das Wasser dazugiessen, den Deckel auflegen und die Temperatur auf 160 °C reduzieren. Etwa 1 Stunde schmoren lassen.

    3. Die Bohnenbande macht sich bereit
    In der Zwischenzeit die grünen Bohnen waschen, die Enden abschneiden und je nach Länge halbieren. Kartoffeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Die weissen Bohnen abtropfen lassen. Tomaten waschen und achteln.

    4. Die Bohnenbande marschiert ein
    Nach etwa einer Stunde grüne Bohnen, Kartoffeln und weisse Bohnen zum Fleisch geben. Den restlichen Rotwein nach und nach dazugiessen, bei Bedarf etwas Wasser ergänzen. Das Gemüse soll schmoren, nicht schwimmen. Vorsichtig mischen, Deckel drauf und weiterschmoren.
    Und dann: Finger weg vom Kochlöffel! Das Lamm will seine Ruhe, die Kartoffeln wollen nicht zerfallen, und die Bohnen möchten in Form bleiben.

    5. Die Tomaten kommen zum Finale
    Etwa 20 Minuten vor Schluss die Tomatenachtel dazugeben. Weiterschmoren, bis das Lamm zart und das Gemüse gar ist. Insgesamt dauert das gut 1 ¾ Stunden ab dem Anbraten. Ist das Fleisch noch nicht weich genug, darf es gerne noch etwas länger im Ofen bleiben. Gut Ding will Weile haben.

    6. Abschmecken und auftischen
    Den Topf aus dem Ofen nehmen und die Lorbeerblätter entfernen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, wer mag, gibt noch einen Spritzer frischen Zitronensaft dazu. Ein paar Minuten ruhen lassen und heiss servieren.

    Tipps der Küchenfee

    Zart wird’s mit Zeit: Das Lamm ist fertig, wenn es sich mit der Gabel leicht zerteilen lässt. Nicht die Uhr entscheidet, sondern die Gabel.

    Sämige Sauce ohne Mehl: Zum Schluss ein paar Kartoffelstücke direkt im Topf zerdrücken und unterrühren. Die Stärke bindet die Sauce ganz natürlich.

    Am Vortag kochen: Aufgewärmt schmeckt der Eintopf oft noch besser. Reste rasch abkühlen, im Kühlschrank aufbewahren und vor dem Servieren gut durcherhitzen.

    Dazu: Ein frisches Bauernbrot, ein Stück Feta und ein Glas vom Rotwein, der nicht im Topf gelandet ist.

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  • Baklava-Käsekuchen

    Baklava-Käsekuchen

    Wenn Baklava und Käsekuchen eine süsse Affäre haben …

    Wer hat denn da zwei Dessert-Legenden miteinander verkuppelt? Knuspriger Filoteig, eine nussige Pistazienschicht, cremige Käsekuchenfüllung und obendrauf goldener Honigsirup mit einer Extraportion Pistazien. Dieser Kuchen ist nicht einfach nur süss. Er ist eine kleine Dessert-Eskalation!

    Ob Baklava ursprünglich griechisch oder türkisch ist, darüber streiten sich die Nachbarn seit Jahrhunderten. Der Käsekuchen hält sich da raus. Er ist verliebt und will einfach nur mit ihr zusammen sein.

    Aussen knusprig, innen cremig und oben so verführerisch glänzend, dass selbst der Kuchenteller nervös wird. Und die Kalorien? Die wurden zur Hochzeit nicht eingeladen.

    Warnung: Dieser Kuchen ist nichts für Leute, die gerne teilen. Aus «Ach, nur ein kleines Stück» wird nach dem ersten Bissen ganz schnell «Wer hat den Rest gegessen?». Und nein, die Küchenfee war’s diesmal wirklich nicht … wahrscheinlich.

    Zutaten für eine Springform von 18 cm Durchmesser

    Für den Filoteigboden

    • 6 Blätter Filoteig
    • ca. 60 g geschmolzene Butter

    Für die Pistazienschicht

    • 150 g ungesalzene, geröstete Pistazien
    • 20 g Puderzucker
    • ca. 20 g geschmolzene Butter

    Für die Käsekuchenfüllung

    • 450 g Doppelrahm-Frischkäse
    • 3 Eier
    • 110 g Zucker
    • 30 g Maisstärke
    • 75 ml Rahm

    Für den Honigsirup

    • 120 ml Wasser
    • 50 g Zucker
    • 50 g flüssiger Honig

    Fürs Topping

    • 100 g grob gehackte Pistazien

    Zubereitung

    1. Der knusprige Filoteigboden
    Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Springform gründlich mit Butter einfetten.
    Jeweils zwei Filoteigblätter aufeinanderlegen, mit geschmolzener Butter bestreichen und nacheinander in die Form legen, so dass Boden und Rand bedeckt sind. Überstehenden Teig abschneiden und die Reste ebenfalls in die Form legen. Hier wird nichts verschwendet!

    2. Die Pistazienschicht
    Die Pistazien im Zerkleinerer kurz mahlen. Butter und Puderzucker dazugeben und nochmals kurz mixen, bis eine leicht körnige Masse entsteht. Auf dem Filoboden verteilen und mit einem Löffel andrücken. Wer jetzt nascht, nimmt einfach ein paar Pistazien mehr. Niemand muss es erfahren.

    3. Die cremige Füllung
    Frischkäse, Eier, Zucker, Maisstärke und Rahm mit dem Handmixer zu einer glatten Masse rühren, bis keine Klümpchen mehr übrig sind. Vorsichtig auf die Pistazienschicht giessen und glattstreichen.

    4. Ab in den Ofen!
    Den Kuchen bei 180 °C etwa 40–55 Minuten backen. Jeder Ofen hat seinen eigenen Kopf, also ab 40 Minuten regelmässig nachschauen. Die Oberfläche soll leicht goldbraun sein, die Mitte darf noch ein wenig wackeln. Sie wird beim Abkühlen fest. Wird der Filorand zu dunkel, locker mit Alufolie abdecken.

    5. Der Honigsirup: Jetzt wird’s klebrig!
    Während der Kuchen backt, Wasser, Zucker und Honig in einem kleinen Topf aufkochen und etwa 10 Minuten sanft köcheln lassen, bis der Sirup leicht eindickt. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

    6. Das pistaziengrüne Krönchen
    Den Kuchen etwas abkühlen lassen. Dann den Sirup nach und nach darüberträufeln. So entscheidest du selbst, wie süss und saftig er wird. Zum Schluss die gehackten Pistazien grosszügig darüberstreuen.

    7. Geduld, du Naschkatze!
    Den Kuchen mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit die Füllung fest wird und sich die Aromen verbinden. Ungeduld ist leider keine Backzutat.

    Tipps der Küchenfee

    Für extra Knusper: Die Filoblätter wirklich sorgfältig mit Butter bestreichen. Jede trockene Stelle wird nicht golden, sondern papierig.

    Für mehr Pistazienaroma: Die Pistazien vor dem Mahlen kurz ohne Fett in der Pfanne rösten. Und wer in Griechenland einkauft, greift zu Pistazien von der Insel Ägina. Die sind hier eine kleine Berühmtheit.

    Mit der Heissluftfritteuse: Wer ein Gerät mit Backprogramm hat, kann den Kuchen auch darin backen. Temperatur und Zeit dann nach den Angaben des Herstellers.

    Für den grossen Auftritt: Jedes Stück mit ein paar zusätzlichen Pistazien und einem Klecks ungesüsstem Schlagrahm servieren.

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    Wir haben uns getraut!
    Baklava & Käsekuchen
    Die Trauung fand im Ofen bei 180 °C statt.
    Statt Blumen bitten wir um Kuchengabeln.

  • Schweinsbraten mit Kartoffelstock und Gemüse: Weihnachten, wie es sein musste!

    Schweinsbraten mit Kartoffelstock und Gemüse: Weihnachten, wie es sein musste!

    Früher war bei uns an Weihnachten der Schweinsbraten der unbestrittene König auf dem Tisch. Kein Chichi, kein Firlefanz und keine exotischen Zutaten, für die man erst die halbe Welt bereisen musste. Ein ordentliches Stück Schweinefleisch, dazu Kartoffelstock, Rüebli und Erbsli, und fertig war das Festmahl! Da konnte sich jedes noch so moderne Weihnachtsmenü warm anziehen.

    Fleisch gab es bei uns schliesslich nicht jeden Tag. Kam an Weihnachten ein Braten auf den Tisch, war das etwas ganz Besonderes. Da wurde nicht lustlos drauflosgegessen, da wurde genossen! Ein Stück Braten auf den Teller, ein, zwei Löffel Kartoffelstock daneben, mit dem Löffelrücken einen Krater hineingedrückt, und mitten hinein kam das Wichtigste überhaupt: die Sauce.

    Und zwar kein mickriger Tümpel, sondern ein richtiger See, in dem der Kartoffelstock nach Herzenslust baden konnte. Wer zu wenig Sauce hatte, war selber schuld. Die Saucière stand mitten auf dem Tisch, und Nachschöpfen war ausdrücklich erlaubt. Ja, erwünscht.

    Und dann waren da noch die Rüebli mit den Erbsli. Wir nannten sie liebevoll «Kugellager mit orangem Akzent». Warum? Keine Ahnung! Wahrscheinlich hatte damals niemand Lust, dem Gemüse einen vernünftigen Namen zu geben. Aber der Name sass, und bis heute weiss bei uns jeder, was gemeint ist. Die Erbsli rollten fröhlich über den Teller, und mindestens eines landete garantiert unter dem Tisch. Die Rüebli sorgten für Farbe, und gemeinsam taten die beiden so, als wären sie die gesunde Abteilung auf dem Teller. Irgendetwas musste ja den Eindruck erwecken, dass man sich ausgewogen ernährte, während man sich den Bauch mit Braten und Kartoffelstock vollschlug.

    Der Braten war saftig, die Sauce kräftig, der Kartoffelstock schön cremig, und das Gemüse durfte sich ebenfalls zeigen. Bei diesem Essen fragte niemand nach drei Bissen, ob es noch etwas gäbe. Da wurde geschöpft, getunkt und geschlemmt, bis der Gürtel leise um Gnade flehte. Und wer am Schluss noch Sauce auf dem Teller hatte, hatte entweder etwas falsch gemacht oder nicht verstanden, worum es bei diesem Festessen ging. Für solche Fälle gab es übrigens Brot.

    Heute gibt es zu Weihnachten allerlei kulinarische Höhenflüge: Schäumchen, Türmchen, drei Erbsen auf einem Spiegel aus Rüeblipüree und Zutaten, deren Namen man kaum aussprechen kann. Wir wussten schon damals, was wirklich glücklich macht: ein guter Schweinsbraten, ein ordentlicher Berg Kartoffelstock, ein See von Sauce und unsere legendären Kugellager mit orangem Akzent.

    Das war Weihnachten auf dem Teller: ehrlich, deftig und ohne gastronomischen Schnickschnack. Fragte nach dem Essen jemand nach dem Dessert, musste man erst einmal prüfen, ob überhaupt noch Platz für einen einzigen Löffel war. Denn nach so einem Festmahl war man nicht einfach satt. Man war weihnachtlich ausser Betrieb!

    Rezept: Schweinsbraten mit Kartoffelstock und Kugellager mit orangem Akzent

    Ein klassischer Sonntags- und Weihnachtsbraten wie früher, mit reichlich Sauce und garantiert ohne Firlefanz.

    Zutaten für 4 Personen

    Für den Schweinsbraten und die Sauce

    • 1–1,2 kg Schweinsbraten, zum Beispiel aus der Schulter oder dem Hals
    • 2 Zwiebeln
    • 2 Rüebli
    • 1 Stück Sellerie, nach Belieben
    • 2 Knoblauchzehen
    • 2 EL Öl oder Bratbutter
    • 2–3 dl Fleischbouillon
    • 1–2 dl Wasser, nach Bedarf
    • Salz, Pfeffer und Paprika
    • 1 TL Tomatenpüree, nach Belieben
    • etwas Maizena zum Binden, falls nötig

    Für den Kartoffelstock

    • 1 kg mehligkochende Kartoffeln
    • 2–3 dl warme Milch
    • 40–60 g Butter
    • Salz und etwas Muskatnuss

    Für die Kugellager mit orangem Akzent

    • 400 g Rüebli
    • 300–400 g Erbsli (frisch oder tiefgekühlt)
    • 1 EL Butter
    • Salz und Pfeffer
    • etwas Wasser

    Zubereitung

    1. Der Braten macht sich fein.
    Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Braten mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. Öl oder Bratbutter in einem Bräter erhitzen und das Fleisch rundherum kräftig anbraten. Es soll Farbe bekommen und nicht aussehen, als käme es gerade aus dem Wellnesswochenende.

    Zwiebeln, Rüebli, Sellerie und Knoblauch grob schneiden, zum Fleisch geben und kurz mitrösten. Wer mag, rührt etwas Tomatenpüree darunter. Dann mit der Bouillon ablöschen.

    2. Jetzt wird geschmort.
    Den Bräter zugedeckt in den Ofen stellen und den Braten je nach Stück und Grösse etwa 1½ bis 2½ Stunden schmoren lassen. Zwischendurch nachschauen, ob noch genug Flüssigkeit da ist, und bei Bedarf Wasser oder Bouillon nachgiessen. Am zuverlässigsten zeigt ein Fleischthermometer, wann der Braten fertig ist. Saftig und zart soll er sein.

    3. Die Sauce, der eigentliche Hauptdarsteller.
    Den Braten herausnehmen und kurz ruhen lassen. Den Bratensatz samt Gemüse mit etwas Flüssigkeit lösen und durch ein Sieb passieren oder direkt pürieren. Aufkochen, abschmecken und bei Bedarf etwas einkochen lassen. Ist sie zu dünn, mit wenig angerührtem Maizena binden.

    Und jetzt die wichtigste Regel des Hauses: Bei der Sauce wird nicht geknausert! Wir wollen einen See und keinen ausgetrockneten Dorfteich.

    4. Kartoffelstock zum Reinlegen.
    Die Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen. Abgiessen und kurz ausdampfen lassen. Zerstampfen oder durch die Kartoffelpresse drücken. Warme Milch und Butter nach und nach einarbeiten, bis der Stock schön cremig ist. Mit Salz und Muskatnuss abschmecken.

    Bitte keinen Mixer! Wir wollen Kartoffelstock und keinen Tapetenkleister. Der Stock soll luftig und weich sein, damit er die Sauce anständig aufnehmen kann.

    5. Die Kugellager kommen ins Rollen.
    Die Rüebli schälen, in Scheiben oder Stifte schneiden und in wenig Salzwasser in etwa 8–12 Minuten weich, aber noch bissfest garen. Die Erbsli brauchen nur 3–5 Minuten und kommen deshalb erst gegen Schluss dazu. Abgiessen und mit Butter, Salz und Pfeffer abschmecken.

    6. Anrichten und geniessen.
    Den Braten in Scheiben schneiden und mit einem ordentlichen Löffel Kartoffelstock auf den Teller geben. Krater nicht vergessen! Die Sauce grosszügig darüber und daneben verteilen. Die Kugellager mit orangem Akzent dürfen sich am Tellerrand in Stellung bringen.

    Dann hinsetzen, tief durchatmen und geniessen. Wer jetzt noch Kalorien zählt, hat den Sinn dieses Weihnachtsessens nicht verstanden!

    En Guete, und möge der Saucensee niemals austrocknen!