Autor: Textstübli à la carte

  • Kartoffel- und Zucchiniwürfel mit Speckspiessen aus dem Ofen

    Kartoffel- und Zucchiniwürfel mit Speckspiessen aus dem Ofen

    Es gibt Tage, da hat die Küchenfee keine Lust zu zaubern. Die Sonne brennt, der Kopf ist voll, und um zwölf Uhr stehen die hungrigen Mäuler trotzdem pünktlich am Tisch. Für genau solche Tage gibt es dieses Rezept: schnippeln, würzen, aufspiessen, ab in den Ofen. Und dann? Füsse hoch. Den Rest erledigt der Backofen, ganz ohne Gejammer.

    Die Kartoffeln bekommen Oregano und Zitrone, was ein bisschen nach griechischer Taverne schmeckt. Die Zucchini wird mit Chili ein wenig aufgemischt. Und die Stars des Blechs sind die Speckröllchen mit geschmolzenem Käse drin. Spätestens wenn der Mozzarella aus dem Speck lugt, stehen alle schon mit der Gabel in der Küche.

    Ein Blech, ein Ofen, ein Mittagessen. Abwasch fast keiner. Mehr Zauberei braucht es manchmal gar nicht.

    Zutaten für 4 Personen

    • 1 kg Kartoffeln
    • 2 mittelgrosse Zucchini
    • 16 Speckstreifen
    • 1 Kugel Mozzarella (125 g) oder ein anderer Käse
    • Olivenöl
    • Salz, Pfeffer, Oregano, Saft von ½ Zitrone (für die Kartoffeln)
    • Salz, Pfeffer, Chili (für die Zucchini)
    • 4 Spiesse

    Zubereitung

    1. Den Ofen auf 180 °C vorheizen.
    2. Die Kartoffeln in mundgerechte Stücke schneiden und kräftig mit Salz, Pfeffer, Oregano, Zitronensaft und Olivenöl würzen.
    3. Die Zucchini ebenfalls in mundgerechte Würfel schneiden und mit Salz, Pfeffer, Chili und Olivenöl würzen.
    4. Mozzarella in 16 kleine Stücke schneiden. Jeden Speckstreifen mit einem Stück Käse aufrollen und je 4 Röllchen auf einen Spiess stecken.
    5. Alles zusammen auf ein Backblech geben und im Ofen etwa 30 Minuten garen.
    6. Herausnehmen, auf den Tisch stellen und schnell sein. Der Erste kriegt den knusprigsten Spiess.

    Küchenfee-Tipp: Wer die Kartoffeln besonders knusprig mag, schiebt sie 10 Minuten vor dem Rest in den Ofen und wendet sie einmal. Statt Mozzarella schmecken auch Feta oder ein Stück Halloumi im Speckmantel. Opa!

  • Gurken-Edamame-Salat mit Ingwer, Sesam und Chili

    Gurken-Edamame-Salat mit Ingwer, Sesam und Chili

    Knackig, frech und alles andere als ein langweiliger Beilagensalat!

    Mal ehrlich: Gurkensalat kann jeder. Aber Gurke trifft Edamame, Ingwer, Knoblauch und ein asiatisch angehauchtes Dressing mit Sesam und Chili Crunch? Da wird aus dem unscheinbaren Grünzeug plötzlich eine ziemlich aufregende Angelegenheit. Die Gurke trägt jetzt Sonnenbrille.

    Knackige Gurken, zarte Edamame und frische Kräuter baden in einem süss-säuerlichen Dressing, das ordentlich Geschmack auf die Gabel bringt. Dazu eine Prise Chili für den Extra-Kick, und schon ist Schluss mit traurigen Salatblättern, die nur zur Deko auf dem Teller liegen!

    Das Beste daran? Der Salat ist herrlich unkompliziert, wunderbar erfrischend und in wenigen Minuten zusammengerührt. Perfekt für heisse Tage, die Mittagspause, den Grillabend oder immer dann, wenn du etwas Frisches willst, ohne stundenlang am Herd zu stehen.

    Die einzige Gefahr: Du wolltest eigentlich nur ein kleines Schälchen und stehst plötzlich mit der Gabel direkt über der Salatschüssel. Ich urteile nicht. Ich mache das genauso!

    Zutaten für 4 Portionen als Beilage, 2 als leichtes Hauptgericht

    Für den Salat

    • 2 Salatgurken
    • 200 g Edamame, tiefgekühlt und ausgelöst
    • 1 Bund frische Kräuter, z. B. Koriander oder Petersilie

    Für das Dressing

    • 3 EL neutrales Pflanzenöl
    • 2 EL Reisessig oder Apfelessig
    • 2 EL Tamari oder Sojasauce
    • 1 EL geröstetes Sesamöl
    • 1 EL Ahornsirup oder Honig
    • 1 fein gehackte Knoblauchzehe
    • 1 TL frisch geriebener Ingwer
    • 1 TL Chili Crunch (nach Mut)
    • Salz nach Geschmack

    So einfach geht’s

    1. Edamame startklar machen
    Die Edamame in kochendes Salzwasser geben und nach Packungsanweisung garen, bis sie zart sind. Etwa 5 Minuten sind ein guter Richtwert. Abgiessen, kalt abschrecken und gut abkühlen lassen. Die kleinen grünen Böhnchen gehen ab jetzt nur noch kalt baden.

    2. Gurken in Knack-Laune bringen
    Gurken waschen und in mundgerechte Würfel schneiden. Kräuter grob hacken. Schon jetzt sieht das Ganze verdächtig nach Sommer auf dem Teller aus.

    3. Das Dressing hat seinen grossen Auftritt
    Öl, Essig, Tamari, Sesamöl, Ahornsirup, Knoblauch und Ingwer in einer Schüssel verrühren. Chili Crunch dazugeben und mit wenig Salz abschmecken. Die Sojasauce ist schon salzig.
    Süss, salzig, säuerlich, würzig und auf Wunsch feurig: Dieses Dressing hat mehr Persönlichkeit als mancher Dinnergast!

    4. Alles ab in die Schüssel
    Gurken, Edamame und Kräuter in eine grosse Schüssel geben, das Dressing darübergiessen und alles gründlich mischen. Jedes Gurkenwürfelchen soll etwas abbekommen. Gerechtigkeit muss sein.

    5. Kurz durchziehen lassen und geniessen
    Den Salat etwa 10 Minuten ruhen lassen, damit sich die Aromen verbinden. Dann heisst es: Gabel raus und los!
    Wer es extra knackig mag, gibt das Dressing erst kurz vor dem Servieren dazu und lässt dafür die Wartezeit weg.

    Tipps der Küchenfee

    Du liebst Crunch? Gerösteten Sesam oder gehackte Erdnüsse darüberstreuen. Das gibt Biss und ein nussiges Aroma.

    Du magst es feurig? Dann darf der Chili Crunch ruhig grosszügiger ausfallen. Aber beschwer dich hinterher nicht bei der Gurke! Die ist bekanntlich die Coolste am Tisch.

    Du brauchst mehr Frische? Ein Spritzer Limettensaft bringt Säure ins Spiel und passt wunderbar zu Ingwer und Sesam.

    Koriander oder Petersilie? Koriander bringt die asiatische Note. Petersilie ist milder und die Rettung für alle, die bei Koriander an Seife denken. Ja, das gibt es, und es liegt an den Genen. Du bist also unschuldig.

    Du willst den Salat aufpeppen? Avocado, Frühlingszwiebeln oder fein geschnittene Rüebli passen ebenfalls hervorragend.

    So servierst du deinen Gurken-Edamame-Salat

    • Als leichtes Hauptgericht: mit Reis oder Nudeln für eine sättigende Mahlzeit.
    • Zum Grillen: als frische, würzige Begleitung zu Grillgemüse, Tofu oder Fleisch.
    • Als Meal Prep: Dressing separat aufbewahren und erst kurz vor dem Essen untermischen, damit die Gurken knackig bleiben.
    • Zur asiatischen Küche: zu Reisgerichten, gebratenen Nudeln oder knusprigem Tofu.

    Fazit: Frisch, knackig, aromatisch und mit genau der richtigen Portion Feuer. Dieser Salat beweist: Gesund ist nicht langweilig. Gesund trägt Sonnenbrille.

    Frisch, knackig, aromatisch und mit genau der richtigen Portion Feuer. Dieser Salat beweist: Gesund ist nicht langweilig. Gesund trägt Sonnenbrille.

  • Focaccia mit Tomaten, Knoblauch und Thymian

    Focaccia mit Tomaten, Knoblauch und Thymian

    Aussen knusprig, innen fluffig und verdammt schwer zu teilen!

    Mal ehrlich: Wer braucht schon einen Therapeuten, wenn es frisch gebackene Focaccia gibt? Aussen knusprig, innen fluffig, dazu saftige Tomaten, aromatischer Knoblauch und duftende Kräuter. Ein ordentlicher Schluck Olivenöl obendrauf, und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Zumindest bis das Blech leer ist.

    Diese italienische Schönheit beweist, dass Mehl, Wasser und Olivenöl mehr draufhaben als so manches Drei-Gänge-Menü. Sie passt zum Grillabend, auf den Antipasti-Teller oder einfach direkt in deine Hand. Teilen ist übrigens freiwillig. Sehr freiwillig.

    Kleiner Warnhinweis: Der Duft beim Backen kann dazu führen, dass plötzlich Menschen in deiner Küche stehen, die du gar nicht eingeladen hast. Nachbarn. Verwandte. Die Katze von gegenüber. Selbst schuld, wenn du so gut backst!

    Auf einen Blick

    • Vorbereitung: ca. 20 Minuten
    • Gehzeit: 60–90 Minuten, plus 15–20 Minuten auf dem Blech
    • Backzeit: 20–25 Minuten
    • Backtemperatur: 230 °C Ober-/Unterhitze
    • Ergibt: 1 grosses Backblech

    Zutaten

    Für den Teig

    • 720 ml lauwarmes Wasser
    • 1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
    • 780 g Weissmehl (Type 550)
    • 1 EL Salz
    • 180 ml gutes Olivenöl, aufgeteilt

    Für den Belag

    • 2–3 Knoblauchzehen, in dünnen Scheiben
    • 150 g Cherrytomaten, halbiert
    • 1 TL frische Thymianblättchen
    • 1 EL frischer Rosmarin, gehackt
    • Meersalzflocken
    • frisch gemahlener Pfeffer

    So geht’s

    1. Hefe wecken: Schönheitsschlaf beendet!
    Vermische das lauwarme Wasser mit der Trockenhefe in einer grossen Schüssel und lass alles etwa 5 Minuten stehen. Die Hefe braucht einen Moment, um in Stimmung zu kommen. Kennen wir alle, montags.

    2. Ran an den Teig!
    Mehl und Salz dazugeben und alles mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer mit Knethaken etwa 6 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten. Er ist ziemlich feucht und klebt? Keine Panik! Genau das macht die Focaccia später so schön fluffig. Mehl nachkippen ist verboten.

    3. Geduld ist eine Tugend. Meistens.
    Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen Ort 60–90 Minuten gehen lassen, bis er sich ungefähr verdoppelt hat. In der Zwischenzeit kannst du so tun, als würdest du nicht alle zehn Minuten unters Tuch schauen.

    4. Ab aufs Blech!
    Ein Backblech grosszügig mit einem Teil des Olivenöls einfetten. Den Teig vorsichtig daraufziehen und nochmals 15–20 Minuten entspannen lassen. Er soll schliesslich nicht nur fluffig werden, sondern auch tiefenentspannt.

    5. Jetzt wird’s olivenölverdächtig gut!
    Den Ofen auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Etwas Olivenöl über den Teig träufeln und mit allen zehn Fingerspitzen die typischen Mulden hineindrücken. Keine falsche Scheu, hier darf ordentlich getatscht werden! Es ist das einzige Rezept, bei dem Fingerabdrücke ausdrücklich erwünscht sind.
    Dann Tomaten und Knoblauch verteilen und mit Thymian, Rosmarin, Meersalzflocken und Pfeffer bestreuen.

    6. Ab in den Ofen mit dem italienischen Glück!
    Die Focaccia 20–25 Minuten backen, bis sie goldbraun und knusprig ist. Gegen Ende im Auge behalten, denn jeder Ofen hat seine eigene Vorstellung von Perfektion. Nach dem Backen nach Belieben mit dem restlichen Olivenöl beträufeln.

    7. Der schwierigste Teil: warten!
    Lass die Focaccia kurz abkühlen, bevor du sie anschneidest. Ja, ich weiss. Der Duft ist gemein. Aber verbrannte Finger sind kein italienisches Geschmackserlebnis.

    Die Küchenfee verrät ihre Tricks

    Olivenöl ist kein Dekorationsartikel. Es sorgt für Geschmack, eine saftige Krume und eine knusprige Kruste. Also bitte nicht geizen! Wer hier spart, spart am falschen Ort.

    Frische Kräuter machen den Unterschied. Thymian und Rosmarin bringen Mittelmeerduft in die Küche. Wer mag, gibt noch etwas Oregano dazu. Hier in Griechenland würde man sagen: Ohne Rigani geht sowieso gar nichts.

    Löcher sind ausdrücklich erwünscht. Die Mulden sorgen für die typische Focaccia-Optik und sind kleine Swimmingpools fürs Olivenöl.

    Ein heisser Ofen ist Pflicht. Rechtzeitig vorheizen, damit die Focaccia schön aufgeht und goldbraun wird. Ein lauwarmer Ofen backt nur lauwarme Ergebnisse.

    Lust auf Abwechslung? Peperoni, dünne Zucchettischeiben, Oliven oder getrocknete Tomaten machen sich ebenfalls hervorragend auf deinem italienischen Lieblingsbrot. Und mit Kalamata-Oliven und Feta wird daraus fast eine griechische Cousine.

    Mein persönlicher Tipp: Serviere die Focaccia noch leicht warm mit einem Schälchen gutem Olivenöl zum Dippen. Mehr braucht es manchmal wirklich nicht. Höchstens ein zweites Blech.

  • Feurige Auberginenpfanne mit Datteln und Walnüssen

    Feurige Auberginenpfanne mit Datteln und Walnüssen

    Für alle, die es gern heiss, würzig und ein bisschen frech mögen!

    Wer behauptet eigentlich, Gemüse sei langweilig? Der hat diese Auberginenpfanne noch nicht probiert! Saftige Auberginen, knackige Peperoni, süsse Datteln und geröstete Baumnüsse treffen auf feurige Chiliflocken, orientalische Gewürze und eine fruchtige Tomatensauce. Süss, scharf, würzig und mit ordentlich Charakter: Hier tanzen die Geschmacksknospen Samba. Mit Hüftschwung!

    Und das Beste? Du brauchst weder ein Sternekoch-Diplom noch eine Küche in Palastgrösse. Ein paar frische Zutaten, eine Pfanne und Lust auf gutes Essen reichen völlig.

    Ob als vegetarisches Hauptgericht mit Couscous, Bulgur oder Reis oder als raffinierte Beilage zu Fleisch und Fisch: Diese Pfanne macht überall eine gute Figur.

    Achtung, Schärfewarnung: Die Aubergine sieht zwar unschuldig aus, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Das heisst: hinter dem grünen Hütchen.

    Auf einen Blick

    • Vorbereitung: ca. 15 Minuten, plus 15–20 Minuten Salzbad für die Auberginen
    • Zubereitung: ca. 15–20 Minuten
    • Schwierigkeitsgrad: unkompliziert
    • Portionen: 3–4

    Zutaten

    • 2 grosse Auberginen
    • Salz zum Entwässern und Abschmecken
    • 2 rote Peperoni
    • 3 Frühlingszwiebeln
    • 50 g Datteln, entsteint
    • 50 g Baumnusskerne (Walnüsse)
    • 1 Dose passierte Tomaten (ca. 400 g)
    • ½ TL Chiliflocken
    • ¼ TL Kreuzkümmel (Cumin)
    • 1 Prise Zimt
    • 1 TL Honig
    • Pfeffer nach Geschmack
    • 1 Schuss Zitronensaft
    • Olivenöl zum Anbraten

    Zubereitung

    1. Auberginen auf die Folterbank!
    Auberginen waschen und in Scheiben schneiden. Auf Küchenpapier legen, beidseitig salzen und 15–20 Minuten ruhen lassen. Sie schwitzen jetzt ihr überschüssiges Wasser aus. Gut so, denn wer weniger Wasser hat, saugt nachher weniger Öl auf und brät schöner. Danach gründlich trocken tupfen.

    2. Schnippeln, was das Zeug hält!
    Während die Auberginen in der Sauna sitzen, würfelst du die Peperoni fein, schneidest die Frühlingszwiebeln in Ringe, hackst die Datteln klein und zerkleinerst die Nüsse grob.

    3. Nüsse mit Röstaroma: So geht Genuss!
    Die Nüsse in einer heissen Pfanne ohne Öl etwa eine Minute rösten und dabei schwenken. Sobald sie herrlich duften, sofort herausnehmen. Wirklich sofort: Zwischen «duftet himmlisch» und «riecht verdächtig» liegen genau zehn Sekunden. Und nein, nicht schon vorher wegknuspern!

    4. Jetzt wird’s heiss!
    Etwas Olivenöl in einer grossen Pfanne erhitzen. Auberginen, Peperoni und Frühlingszwiebeln hineingeben und unter gelegentlichem Wenden kräftig anbraten. Die Auberginen sollen Farbe bekommen und Röstaromen entwickeln. Blass ist hier keine Option.

    5. Süss trifft scharf!
    Passierte Tomaten dazugiessen, dann Datteln, Chiliflocken, Kreuzkümmel, Zimt und Honig dazugeben. Gut verrühren und einige Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist und sich die Aromen miteinander verbrüdert haben.

    6. Das würzige Finale!
    Mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. Vorsicht beim Salz, die Auberginen haben schon was abbekommen! Die gerösteten Nüsse unterheben oder erst beim Servieren darüberstreuen. So bleiben sie schön knusprig.

    Und voilà: eine Gemüsepfanne, die süss, scharf, nussig und fruchtig in einem ist. Ein Allrounder mit Feuer im Herzen!

    Tipps der Küchenfee

    Ein echtes Multitalent: Mit Couscous, Bulgur oder Reis wird daraus eine sättigende vegetarische Mahlzeit. Auch Kartoffeln passen hervorragend. Und ein Klecks griechischer Joghurt obendrauf löscht das Feuer ganz charmant.

    Mehr Feuer oder lieber Glut? Wer es schärfer mag, erhöht die Chilimenge. Lieber milder? Weniger Chili, und die Datteln dürfen für sich sprechen. Die haben ohnehin viel Süsses zu sagen.

    Reste? Glück gehabt! Am nächsten Tag schmeckt die Pfanne sogar noch besser, weil die Gewürze über Nacht ordentlich durchziehen. Kalt aus dem Kühlschrank auf ein Stück Brot ist übrigens auch kein Verbrechen.

    Mein Feuer-Motto: Lieber eine scharfe Pfanne auf dem Tisch als ein lauwarmes Leben. Und für Notfälle steht der Joghurt bereit.

  • Traubentarte mit Blauschimmelkäse und Walnüssen

    Traubentarte mit Blauschimmelkäse und Walnüssen

    Süsse Trauben, würziger Käse: Diese Tarte hat definitiv keinen Bock auf Langeweile!

    Wer hat eigentlich beschlossen, dass Trauben nur in den Früchtekorb oder ins Weinglas gehören? In dieser Tarte machen sie gemeinsame Sache mit würzigem Blauschimmelkäse, knackigen Walnüssen und einem buttrigen Mürbeteig. Süss trifft salzig, cremig trifft knusprig. Das Ganze ist so raffiniert, dass selbst die Käseplatte vor Neid erblasst. Und die Käseplatte ist sonst nicht leicht zu beeindrucken.

    Das ist Herbstküche für alle, die es gern ein bisschen anders mögen. Perfekt für einen gemütlichen Abend mit Freunden, als Hingucker beim Brunch oder einfach, weil heute ein Dienstag ist. Mehr Grund braucht es nicht.

    Und mal ehrlich: Wer will schon langweilige Schnittchen, wenn man Trauben und Käse stilvoll in eine Tarte packen kann?

    Zutaten für eine Tarteform (ca. 26 cm), 6–8 Stücke

    Für den Teig

    • 230 g Mehl
    • 30 g Walnusskerne
    • 1 Messerspitze Salz
    • 125 g kalte Butter
    • 1 Ei (Grösse M)
    • 1 EL kaltes Wasser

    Für die Füllung

    • 450 g rote, kernlose Weintrauben
    • 100 g Blauschimmelkäse
    • 3 Eier (Grösse M)
    • 150 g Rahm, steif geschlagen
    • Salz und Pfeffer

    Ausserdem: Mehl zum Auswallen, Butter für die Form, Backpapier und getrocknete Erbsen zum Blindbacken

    Zubereitung

    1. Nüsse knacken, Langeweile vertreiben!
    Hacke die Walnüsse fein und vermische sie mit dem Mehl und dem Salz. Die Nüsse sorgen für den gewissen Biss. Schliesslich soll diese Tarte nicht nur gut aussehen, sondern auch etwas draufhaben!

    2. Der Mürbeteig macht sich fein.
    Gib das Ei, die Butter in Stückchen und das kalte Wasser zur Mehlmischung und verknete alles rasch zu einem glatten Teig. Rasch heisst rasch: Mürbeteig mag keine warmen Hände und keine langen Diskussionen. Forme eine Kugel, wickle sie ein und schick sie für 30 Minuten in den Kühlschrank zum Nachdenken.

    3. Ab in die Form!
    Heize den Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vor. Wallt den gekühlten Teig auf wenig Mehl aus und lege damit die gefettete Tarteform aus. Rand gut andrücken und den Boden mehrmals mit der Gabel einstechen. Das ist keine Aggression, das ist Technik. Dann Backpapier drauf und mit den getrockneten Erbsen beschweren.

    4. Blindbacken statt blind vertrauen.
    Backe den Boden etwa 15 Minuten vor. Dann nimmst du Backpapier und Erbsen vorsichtig heraus und lässt ihn nochmals 5 Minuten backen, bis er leicht goldig ist. Danach stellst du den Ofen auf 180 °C zurück. Die Erbsen kannst du übrigens aufbewahren, sie stehen bei der nächsten Tarte wieder zum Dienst bereit.

    5. Jetzt wird’s käsig!
    Wasche die Trauben und lass sie gut abtropfen. Verquirle die drei Eier, zieh den geschlagenen Rahm vorsichtig unter und würze mit Salz und Pfeffer. Beim Salz darfst du sparsam sein, der Käse bringt genug Würze mit. Verteile Trauben und zerbröselten Blauschimmelkäse auf dem vorgebackenen Boden und giesse die Eier-Rahm-Mischung darüber.

    6. Das grosse Tarte-Finale!
    Backe die Tarte etwa 30–35 Minuten, bis die Füllung gestockt und die Oberfläche appetitlich gebräunt ist. Dann 10 Minuten ruhen lassen. Ja, auch wenn’s schwerfällt. Die Füllung dankt es dir mit sauberen Stücken.

    7. Servieren und Eindruck schinden!
    Serviere die Tarte lauwarm oder abgekühlt. Fruchtige Trauben, kräftiger Käse, nussiger Boden: Jeder Bissen ist ein kleines Geschmacksfeuerwerk. Dazu passt ein knackiger grüner Salat oder ein gemütlicher Abend, an dem du einfach niemandem etwas abgeben möchtest. Wir urteilen nicht!

    Küchenfee-Tipp: Kurz vor dem Servieren ein paar Fäden Honig über die Tarte träufeln und frischen Thymian darüberzupfen. Wer will, ersetzt den Blauschimmelkäse durch griechischen Feta, das gibt eine mildere Variante mit Inselgefühl.

    Mein Motto:
    Das Leben ist zu kurz für langweilige Tartes. Manchmal braucht es einfach Trauben, Käse und eine ordentliche Portion Charakter!

    Süss. Würzig. Knusprig. Unverschämt raffiniert.

  • Schweinefleisch-Ragout mit Quitten und Kürbis

    Schweinefleisch-Ragout mit Quitten und Kürbis

    Die Quitte ist die Diva unter den Herbstfrüchten. Sie sieht aus wie eine Birne, die zu oft im Fitnessstudio war: knubbelig, flaumig und hart wie ein Pflasterstein. Roh beissen? Nur wer seinem Zahnarzt ein neues Auto finanzieren will. Und trotzdem duftet sie so betörend, dass man ihr alles verzeiht. Eine Quitte in der Küchenschale, und die ganze Wohnung riecht nach Herbst. Kalorienfrei!

    Wer sie zähmen will, braucht drei Dinge: ein scharfes Messer, starke Arme und Geduld. Belohnt wird man mit einem Ragout, das nach Tausendundeiner Nacht schmeckt. Der Kürbis bringt Farbe und sanfte Süsse, der Safran sein goldenes Leuchten, und das Ras el-Hanout tut, was es am besten kann: Es macht aus einem einfachen Eintopf eine kleine Reise.

    Das Beste daran: Ist alles einmal geschnippelt, macht der Topf die Arbeit. Er schmort, blubbert und duftet vor sich hin, während die Küchenfee die Füsse hochlegt. Oder die Küche putzt. Wir wollen ehrlich bleiben, meistens das Zweite.

    Zutaten für 4 – 6 Personen

    • 1 kg Schweinefleisch, in 2 cm grosse Würfel geschnitten
    • 600 g Kürbis, in 2 cm grosse Würfel geschnitten
    • 3 Quitten, geschält und in 1 cm grosse Stücke geschnitten
    • 2 Zwiebeln, in Streifen geschnitten
    • 4 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten
    • 2 EL Olivenöl
    • 0,1 g Safranfäden
    • 400 ml Wasser
    • 1 TL Honig
    • 2 TL mildes Paprikapulver
    • 2 TL scharfes Paprikapulver
    • 2 TL Korianderpulver
    • 2 TL Ras el-Hanout
    • Salz

    Zubereitung

    1. Die Safranfäden zwischen den Fingern leicht zerreiben und mit 400 ml Wasser verrühren. Stehen lassen, bis das Wasser kräftig orange leuchtet. Das ist der Moment, in dem man versteht, warum Safran so teuer ist.
    2. Fleisch, Zwiebeln, Knoblauch, Olivenöl und alle gemahlenen Gewürze im Topf mischen, salzen und erhitzen. Zugedeckt bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten schmoren.
    3. Die Hälfte des Safranwassers dazugiessen und das Fleisch zugedeckt weitere 30 Minuten garen.
    4. Quitten und Kürbis mit dem restlichen Safranwasser unter das Fleisch mischen. Alles noch 20–30 Minuten schmoren, bis das Fleisch zart ist und Kürbis und Quitten bissfest sind.
    5. Mit dem Honig und eventuell noch etwas Salz abschmecken und servieren. Dazu passen Reis oder Polentaschnitten.

    Küchenfee-Tipp: Das Ragout schmeckt am nächsten Tag noch besser, wenn die Gewürze über Nacht Zeit hatten, sich gut kennenzulernen. Also ruhig die doppelte Menge kochen und dann einen Abend lang nur den Topf aufwärmen.

  • Rote-Bete-Gratin mit Feta und Walnusskruste

    Rote-Bete-Gratin mit Feta und Walnusskruste

    Wenn der Herbst auf dem Teller eskaliert, wird’s rot, cremig und verdammt knusprig!

    Rote Bete kann mehr, als deine Hände in ein modernes Kunstwerk zu verwandeln. Und dein Küchentuch gleich mit. In diesem Gratin trifft die erdige Knolle auf würzigen Feta, eine cremige Thymian-Sahne und knackige Walnüsse. Ein Hauch Honig sorgt für die süsse Versuchung, und die goldbraune Kruste bringt ordentlich was auf die Gabel.

    Das Ergebnis? Herbstliches Soulfood mit Charakter! Aussen knusprig, innen herrlich saftig und so aromatisch, dass der schnöde Kartoffelauflauf kurz um seinen Stammplatz bangen muss. Er tut gut daran.

    Und das Beste: Du brauchst weder Sterneküche noch sieben Zauberzutaten. Nur eine Auflaufform, einen Ofen und die Bereitschaft, dich Hals über Kopf in eine Knolle zu verlieben.

    Also: Schürze um, Ofen an, und dem Herbstblues eine rote Nase verpassen!

    Zutaten für 4 Portionen (oder 2 sehr ehrliche)

    • 800 g vorgekochte Rote Bete
    • 150 g Feta
    • 200 ml Sahne
    • 100 ml Gemüsebrühe
    • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
    • 1 TL frischer Thymian
    • 1 TL Honig
    • Salz und Pfeffer nach Geschmack
    • 50 g Walnusskerne
    • 2 EL Paniermehl (Semmelbrösel)
    • 2 EL Olivenöl

    Zubereitung

    1. Ofen an, Handschuhe an!
    Heize den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor. Und wer an seiner Hautfarbe hängt, zieht jetzt Küchenhandschuhe an. Rote Bete hinterlässt Spuren. Immer. Überall.

    2. Rote Bete in Form bringen.
    Schneide die vorgekochte Rote Bete in etwa 3 mm dünne Scheiben. Wer frische Knollen nimmt, schält sie, schneidet sie ebenso dünn und blanchiert sie etwa 15 Minuten in leicht gesalzenem Wasser. Dein Schneidebrett sieht danach aus wie ein Tatort. Das ist normal.

    3. Die Sahnesauce: cremiger wird’s nicht!
    Vermische Sahne und Gemüsebrühe in einer Schüssel. Gib Knoblauch, Thymian, Honig, Salz und Pfeffer dazu und verquirle alles kräftig, bis sich der Honig aufgelöst hat und die Aromen sich ordentlich miteinander angefreundet haben. Per Du, versteht sich.

    4. Schicht für Schicht ins Herbstglück!
    Fette eine mittelgrosse Auflaufform gründlich ein. Schichte die Rote-Bete-Scheiben abwechselnd mit dem zerbröselten Feta hinein, ruhig schön dicht. Hier wird nicht gekleckert, sondern geschichtet! Dann giesst du die Sahne-Kräuter-Mischung gleichmässig darüber, so dass das Gemüse schön darin baden kann.

    5. Knusperkruste statt Langeweile!
    Hacke die Walnüsse grob und vermische sie mit dem Paniermehl und dem Olivenöl. Verteile die Mischung grosszügig über dem Gratin. Denn seien wir ehrlich: Cremig ist toll, aber erst ein bisschen Crunch macht das Leben richtig spannend!

    6. Ab in den Ofen mit dem roten Glück!
    Backe das Gratin etwa 40 Minuten, bis die Kruste goldbraun und knusprig ist. Dann heisst es: Finger weg und 5 Minuten ruhen lassen. Sonst verbinden sich nicht nur die Aromen nicht, sondern es gibt beim Servieren auch eine rote Sahnelawine auf dem Teller.

    7. Servieren und geniessen!
    Stell die Form mitten auf den Tisch und verteile grosszügige Portionen. Dazu passt ein frischer Salat oder ein Stück knuspriges Brot, mit dem du auch den letzten Rest Sauce auftunkst. Etwas übrig zu lassen wäre schliesslich eine kulinarische Todsünde!

    Küchenfee-Tipp: Nimm echten griechischen Feta aus Schafs- und Ziegenmilch, der ist würziger und cremiger als die Kuhmilch-Variante. Und gegen rote Finger hilft Zitronensaft. Gegen die Liebe zu diesem Gratin hilft leider gar nichts.

    Mein Herbst-Motto:
    Das Leben ist nicht immer rosig. Manchmal ist es rot, cremig und mit Feta überbacken!

    Wärmend. Würzig. Unverschämt lecker.

  • Kürbispiccata mit grünem Salat

    Kürbispiccata mit grünem Salat

    Jedes Jahr im Herbst passiert es wieder: Die Kürbisse übernehmen die Macht. Sie stapeln sich auf dem Markt, thronen vor jeder Haustür und grinsen einen aus jedem Schaufenster an. Wer sich nicht wehrt, endet mit drei Kürbissen im Einkaufskorb und keinem Plan.

    Hier ist der Plan: Der Kürbis wird zum Schnitzel befördert. Ein Bad im Mehl, ein Mantel aus Ei und Käse, und ab in die Pfanne. Was herauskommt, ist knusprig aussen, zart innen und so goldig, dass selbst eingefleischte Fleischesser zweimal hinschauen. Und dann ein drittes Mal, beim Nachschöpfen.

    Die Piccata kennt man eigentlich vom Kalbfleisch. Das Kalb dürfte nichts dagegen haben, dass ihm der Kürbis die Show stiehlt. Dazu ein frischer grüner Salat, und fertig ist ein Herbstessen, das in einer halben Stunde auf dem Tisch steht. Bleibt am Ende etwas Kürbis übrig? Keine Sorge, der nächste liegt schon vor der Tür.

    Zutaten für 4 Personen

    • 600 g Kürbis, geschält, entkernt und in etwa 1 cm dicke Scheiben geschnitten
    • Salz, Pfeffer, Muskat
    • 3 EL Mehl
    • 2 Eier
    • 4 EL geriebener Käse
    • wenig fein gehackte Kürbiskerne
    • Olivenöl oder Butter zum Braten
    • grüner Salat als Beilage

    Zubereitung

    1. Die Kürbisscheiben mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
    2. Das Mehl in einen flachen Teller geben.
    3. Eier, Käse, Pfeffer und Kürbiskerne in einem tiefen Teller verklopfen.
    4. Olivenöl oder Butter in der Bratpfanne heiss werden lassen.
    5. Die Kürbisscheiben zuerst im Mehl, dann in der Ei-Käse-Mischung wenden.
    6. Portionenweise in der Pfanne goldbraun braten, jede Seite etwa 3 Minuten.
    7. Herausnehmen, warm stellen und mit grünem Salat servieren.

    Küchenfee-Tipp: Hokkaido-Kürbis muss nicht geschält werden, denn seine Schale wird beim Braten weich. Das spart Zeit und Fingerkuppen. Wer mag, gibt eine Prise Oregano oder etwas Zitronenabrieb in die Eimasse. Das schmeckt ein bisschen nach Griechenland.

  • Champignon-Lauch-Gulasch mit Kartoffelpüree

    Champignon-Lauch-Gulasch mit Kartoffelpüree

    Draussen Schmuddelwetter, drinnen Schlemmalarm!

    Der goldene Oktober hat sich krankgemeldet? Macht nichts, dann holen wir uns den Herbst eben selbst auf den Teller. Dieses cremige Champignon-Lauch-Gulasch mit wolkenweichem Kartoffelpüree macht graue Tage zur Nebensache und bringt knurrende Mägen zum Schweigen. Wärmend, würzig und komplett pflanzlich: Da wird selbst der Herbstblues grün vor Neid.

    Soll der Regen ruhig gegen die Scheibe trommeln, er ist bloss die Hintergrundmusik. Wir haben schliesslich Wichtigeres zu tun: Sosse auftunken, Püree schaufeln und den Alltag gepflegt links liegen lassen. Wer jetzt noch an Salat denkt, hat den Ernst der Lage nicht erkannt.

    Zutaten für 4 hungrige Seelen

    Fürs Gulasch:

    • 500 g braune Champignons
    • 2 Stangen Lauch
    • 1 Zwiebel
    • 2 Knoblauchzehen
    • 2 EL Olivenöl
    • 2 EL Tomatenmark
    • 400 ml Gemüsebrühe
    • 200 ml Hafercreme
    • 1 TL getrockneter Thymian
    • Salz und Pfeffer nach Geschmack

    Fürs Kartoffelpüree:

    • 800 g mehligkochende Kartoffeln
    • Salz nach Geschmack
    • 2 EL pflanzliche Margarine
    • 150 ml ungesüsste Pflanzenmilch
    • 1 Prise Muskatnuss

    Zubereitung

    1. Schnippeln statt schnacken!
    Putze die Champignons gründlich. Pilze baden übrigens nicht gern, ein Pinsel oder etwas Küchenpapier reicht völlig. Wasche den Lauch gut, denn zwischen seinen Blättern versteckt sich gern Erde, der kleine Schmutzfink. Dann schneidest du ihn in Ringe. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Tränen gelten hier als Vorfreude.

    2. Die Pilze dürfen Farbe bekennen.
    Erhitze das Olivenöl in einer grossen Pfanne und brate die Champignons kräftig an, bis sie schön gebräunt sind. Und bitte nicht ständig rühren: Pilze brauchen Ruhe, um braun zu werden, genau wie wir am Strand. Blasse Pilze sind zwar auch Pilze, aber wir wollen Röstaromen und keine Schonkost!

    3. Jetzt wird’s aromatisch.
    Gib Zwiebel, Knoblauch und Lauch dazu und dünste alles kurz mit an. Spätestens jetzt steht der erste Neugierige in der Küchentür und fragt scheinheilig: «Wann gibt’s eigentlich Essen?»

    4. Ab in den Sossenhimmel!
    Rühre das Tomatenmark ein und lass es kurz mitrösten. Dann löschst du alles mit der Gemüsebrühe ab und lässt die Mischung 10 Minuten köcheln. Zeit für einen Schluck Wein, und zwar für die Köchin, nicht fürs Gulasch.

    5. Cremigkeit marsch!
    Giesse die Hafercreme dazu und würze mit Thymian, Salz und Pfeffer. Bei niedriger Hitze nochmals 10 Minuten ziehen lassen. Jetzt heisst es Geduld haben und nicht heimlich die halbe Pfanne vernaschen. Probieren ist erlaubt. Dreimal. Na gut, viermal.

    6. Kartoffeln weich kochen.
    Während das Gulasch vor sich hin schmurgelt, schälst du die Kartoffeln und schneidest sie in gleich grosse Stücke. Das ist Demokratie im Kochtopf: Alle werden gleichzeitig weich. Dann gart sie in reichlich Salzwasser, etwa 20 Minuten.

    7. Stampfen, bis das Glück perfekt ist.
    Giesse die Kartoffeln ab und lass sie kurz ausdampfen. Gib Margarine und Pflanzenmilch dazu und stampfe alles zu einem cremigen Püree. Mit Salz und einer Prise Muskatnuss abschmecken. Wer einen miesen Tag hatte, kann ihn jetzt ganz offiziell wegstampfen. Klümpchen sind übrigens kein Charakterfehler, sondern Persönlichkeit!

    8. Anrichten und glücklich sein.
    Verteile das Püree auf die Teller und drück mit dem Löffel eine Mulde hinein. Das ist der Sossensee. Gulasch drüber und den ersten Löffel gönnen. Achtung: Teilen ist erlaubt, aber keinesfalls verpflichtend.

    Küchenfee-Tipp: Ein Teelöffel geräuchertes Paprikapulver im Gulasch und eine Handvoll frische Petersilie obendrauf, und schon wird aus gemütlich unverschämt gut. Am nächsten Tag schmeckt das Gulasch übrigens noch besser, falls es Reste gibt. Was eher selten vorkommt.

    Mein Herbst-Motto: Wenn das Leben dir Regen schickt, mach Gulasch draus!

    Rein pflanzlich. Richtig gemütlich. Unverschämt lecker.

  • Weisskohl-Hack-Auflauf

    Weisskohl-Hack-Auflauf

    Draussen Frostbeulen, drinnen Käseträume!

    Wenn es draussen kalt, grau und ungemütlich wird, darf das Essen ruhig Charakter zeigen. Schluss mit Salatblättchen, die frierend auf dem Teller liegen und um eine Wolldecke betteln. Heute kommt ein echter Wohlfühl-Kracher aus dem Ofen: Weisskohl-Hack-Auflauf mit goldbrauner Käsekruste!

    Zarter Weisskohl trifft auf herzhaftes Hackfleisch, eine cremige Eier-Rahm-Mischung und jede Menge Gouda. Obendrauf ein bisschen Tomate für die Farbe, und ab in den Ofen, bis es herrlich duftet und der Käse verführerisch blubbert. Blubb. Blubb. Hörst du’s schon?

    Das ist keine Haute Cuisine mit 27 Pinzetten und drei Tupfen Schaum. Das ist ehrliche Hausmannskost, die satt, glücklich und verdammt zufrieden macht. Und das Beste? Während der Ofen die Arbeit erledigt, legst du die Füsse hoch. So geht Winterküche mit Köpfchen. Und mit Kohlkopf.

    Zutaten für 4 Portionen

    • 500 g Hackfleisch
    • 500 g Weisskohl
    • 1 grosse Zwiebel
    • 200 ml Rahm
    • 3 Eier
    • 200 g geriebener Gouda
    • 1 Tomate
    • Salz und Pfeffer nach Geschmack
    • etwas Butter für die Form

    Zubereitung

    1. Der Ofen heizt schon mal ein!
    Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze oder 180 °C Umluft vorheizen. Schliesslich soll es später ordentlich heiss hergehen!

    2. Der Kohl nimmt ein heisses Bad.
    Den Weisskohl in Streifen schneiden und in kochendem Salzwasser etwa 10 Minuten garen. Du magst ihn schön weich? Dann gönn ihm ein paar Minuten länger in der Wanne. Lieber mit Biss? Dann darf er früher raus. Anschliessend gut abgiessen und abtropfen lassen. Je trockener der Kohl, desto standfester der Auflauf.

    3. Jetzt kommt das Hack ins Spiel!
    Die Zwiebel würfeln und mit dem Hackfleisch in einer Pfanne anbraten, bis das Fleisch krümelig und durchgegart ist. Mit Salz und Pfeffer würzen. Und bitte nicht heimlich alles aus der Pfanne naschen. Der Auflauf braucht schliesslich auch noch etwas. Ein, zwei Gabeln zur Qualitätskontrolle sind natürlich erlaubt.

    4. Ab in die Form!
    Eine Auflaufform mit Butter einfetten. Hackfleisch und Weisskohl hineingeben und gut miteinander verteilen. Die Tomate würfeln und darüberstreuen. Schon jetzt sieht das Ganze nach einer ziemlich guten Idee aus.

    5. Die cremige Käse-Offensive!
    Eier, Rahm und Gouda in einer Schüssel verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und gleichmässig über Kohl, Hack und Tomaten giessen. Der Gouda geht hier ganz in seiner Rolle auf: Er schmilzt, bräunt und verbindet alles, wie ein guter Gastgeber.

    6. Jetzt wird’s goldbraun!
    Den Auflauf im vorgeheizten Ofen etwa 35 Minuten backen, bis die Masse gestockt und der Käse goldbraun ist. Je nach Ofen kann’s ein paar Minuten mehr oder weniger sein. Die Nase sagt dir, wann’s so weit ist.

    7. Und dann?
    Raus mit dem guten Stück, 5 Minuten ruhen lassen, damit er sich beim Anschneiden nicht davonmacht, und grosszügig servieren!

    Küchenfee-Tipp: Eine Prise Kümmel oder ein Teelöffel edelsüsses Paprikapulver im Hackfleisch macht den Kohl bekömmlicher und gibt dem Ganzen einen herzhaften Dreh. Wer es griechisch mag, gibt eine Prise Zimt und etwas Oregano dazu. Dann schmeckt der Auflauf ein klein wenig nach Moussaka-Cousin.

    Mein Winterfazit:
    Herzhaft, cremig, käsig und wunderbar unkompliziert. Dieser Auflauf ist wie eine warme Decke für den Magen, nur deutlich leckerer und ohne Fussel.

    Also: Ofen an, Käse drauf und Winterblues aus! Wer braucht schon einen Kamin, wenn es in der Küche so gemütlich duftet?